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Der Bauer und der Autler.
Das hat ein alter Bauer in meiner Heimatgegend besser ge-macht als wir andern, die wir schimpfen und poltern, wenn uns aufder Straße ein Autler belästigt. Dieser Bauer stapft in seinemSonntagsgewand würdevoll auf der kotigen Straße voran, da siehter vor sich ein Auto daherrasen. Rasch hebt er seinen Regen-schirm und winkt mit aller Lebhaftigkeit, der Mann solle halten.Der Autler denkt, er werde auf eine Gefahr aufmerksam ge-macht, nimmt ein sehr langsames Tempo an und hält bei demBauern, um zu fragen, was los sei. „Ah, weiter nichts“, sagteder Alte, „ich tu mich halt schön bedanken, daß der Herr solangsam vorbeifahrt, sonst wär' mein Gewand wohl recht ab-scheulich angespritzt worden. So, und jetzt kann er schon wiederweiter fahren.“ Sagt’s und stapft würdevoll wegshin.
Der Schatz im Felleisen.
Vor mehr als hundert Jahren kehrte eines Tages ein Wan-derbursche in seinen Vaterort Schleitheim zurück. Als ein jungesBlut war er vor dem Siebenjährigen Kriege (1756—63) in dieFremde gegangen, hatte in Deutschland lange fremdes Brot ge-gessen und kehrte nun als ein stattlicher Mann wieder heim.Die Seinen freuten sich seifier Wiederkehr; denn er brachte einreich mit Kleidern gefülltes Felleisen heim und ein Wanderbuch,in dem gute Zeugnisse standen. Sein Reisegeld hatte nicht nurso knapp bis ins väterliche Dorf ausgereicht, sondern es warihm auch noch etwas zu einem ehrbaren Anfang als Mei-ster Steinmetz übrig geblieben. Als die Seinigen beim Auspackenseines Felleisens verwundert sagten, daß er sehr fleißig und spar-sam und auch bei guten Meistern gewesen sein müsse, sagte er:„Das sind nicht meine besten Ersparnisse und Schätze.“ Dannnahm er zu unterst aus dem Ranzen ein kleines Päcklein undöffnete es. Die andern meinten, es enthalte Silber, Gold odergar Edelsteine. Aber es waren nur rundliche Knollen darin, diesie nicht kannten und die gewiß keine Edelsteine waren. Es seider Same einer Pflanze, welche der König Friedrich von Preußennach dem Siebenjährigen Kriege habe verteilen lassen.