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Viertes Schulbuch für Primarschulen / im Auftr. des Erziehungsrates [des Kantons Schwyz]
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II. Geschichte.

1. «inst Hub Jetzt.

Einst waren große Teile des jetzigen Kts. Schwyz mitWasser bedeckt; sie bildeten Seen. Noch zur Zeit der hl. Kolumbanund Gallns, um das Jahr 600, war die Ebene der obern Marchein großer See, welcher mit dem Zürichsee zusammenhing. DieLinth und eine Reihe von Gebirgsbächen führten dem See dasWasser zu; ohne sie hätte es keinen See gegeben; aber ohnesie wäre auch der See nicht verschwunden. Flüsse und Bächeführen nämlich mit dem Wasser auch Schlamm, Sand und Ge-schiebe in den See und füllen ihn im Laufe der Zeit aus. Sogeschah es in der obern March. Dort, wo vor 1300 Jahrennoch ein großer See war, hatte es schon vor dreihundert Jahrennur noch einzelne kleine Seen, und jetzt sind auch sie verschwunden.

Einst war die Ebene südlich von Schwyz ein See; dasGeschiebe der Mnot-Aa hat ihn im Laufe der Zeiten ausgefüllt,und jetzt erblicken wir dort eines der schönsten Täler der Schweiz. Dem Geschiebe der Steiner-Aa verdanken die Ebene und dieAu bei Steinen ihr Dasein, und das Geschiebe der Wägithaler-Aa und des Spreitenbaches drängt bei Lachen mehr und mehrdas Ufer des obern Zürichsees zurück.

Auch in den drei Hochtälern der Sihl, Alp und Biberhatte es einst ausgedehnte Seen. Keine Bücher berichten darüber;aber mächtige Lehmschichten in der ganzen Ausdehnung dieserHochebenen geben jetzt noch Zeugnis dafür. Diese Seen warenan vielen Stellen tief. Sie wären wohl heute noch kaum aus-getrocknet, wenn nicht allmählich der Spiegel der Seen sich gesenkthätte. Dieses kam so. Das abfließende Wasser der Sihl, Alpund Biber grub sich im lockern, weichen Gesteine ein immertieferes, schluchtartiges^ Flußbett (bei Egg, Einsiedcln, Biberbrückeund Schindellegi). L-o wurde der Ausfluß der Seen immertiefer gelegt, bis die Seen endlich ganz verschwunden waren.Jetzt wechseln an ihrer Stelle ausgedehnte Torflager, Kartoffel-felder und Riedflächen.