Buch 
Lesebuch für die Mittel- und Oberklassen schweizerischer Volksschulen : enthaltend den stufenmässig geordneten Lernstoff für den vereinigten Sprach- und Realunterricht / von Gerold Eberhard
Entstehung
Seite
68
JPEG-Download
 

68

und Dauer des Blühens)'. — 3. Beschreibet genau eine Kirsche (woraus ent-steht sie allmfilig? Ihr Wachstum und ihre Keife, ihre Teile)! — 4. WelchenNutzen gewahrt der Kirschbaum? (Früchte, Holz.) — si. Wenn die Blätter desKirschbaumes etwas grösser sind, so nehmt eins und zeichnet es mehrmalssauber auf die Tafel oder auf Papier!

S. Das Hufeisen.

Ein Bauersmann ging mit seinem kleinen Sohne Thomasüber Feld. „Sieh“, sprach der Vater einmal unterwegs, „daliegt ein Stück von einem Hufeisen auf der Strasse) heb’ esauf und steck’ es ein!“ — „Ei“, sagte Thomas, „das ist ja nichteinmal der Mühe wert, dass man sich darum bückt!“ — DerVater hob das Eisen stillschweigend auf und schob es in dieTasche. Im nächsten Dorfe verkaufte er es dem Schmiede fürdrei Pfennige und kaufte für das Geld Kirschen.

Beide gingen weiter. Die Sonne schien sehr lieiss. Weitund breit war kein Haus, kein Baum und keine Quelle zu sehen.Thomas verschmachtete beinahe vor Durst und konnte demVater fast nicht mehr nachkommen. Das liess der Vater, wievon ungefähr, eine Kirsche fallen. Thomas hob sie begierigauf, als wäre sie Gold und fuhr damit sogleich dem Mundezu. Nach einigen Schritten liess der Vater wieder eine Kirschefallen. Thomas bückte sich ebenso schnell darnach. So liessder Vater den Thomas alle Kirschen aufheben.

Als nun die Kirschen zu Ende waren und Thomas dieletzte verzehrt hatte, wandte sich der Vater lachend um undsprach: „Sieh’, wenn du dich um das Hufeisen einmal hättestbücken mögen,' so hättest du dich um die Kirschen nichthundertmal bücken müssen.“

Wer geringe Dinge wenig acht’,

Sich um geringere Mühe macht. (Chr. 8ehmid.)Aufgabe: 1. Nacherzählen, mündlich und «christlich aus dem Kopfe! —2. Thomas erzählt die Begebenheit selbst!

3. Aas Liedlein vorn Airschbaum.

1. Der lieb Gott Het zum Früehlig gseit: | „Gang, deck em Wünnliau si Tisch!" | Druf het de Chriesbaum Blätter treit, | viel tusigBlätter grün und frisch.