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Lesebuch für das fünfte Schuljahr / bearb. von der thurgauischen Lehrmittelkommission [Alfred Weideli ... et al.]
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Still! Schon läutet es unten. Jetzt auch hinter dem Wald. DieKnaben und Mädchen horchten, wie in Andacht versunken. Und inunserm Dorf?

Da fing es auch an zu läuten, das kleine Glöcklein zuerst,dann das andere, und schließlich alle drei miteinander in feierlichemAkkord. Welch liebliche Klänge! Horchen sie nicht auf, die Vögleinin den Bäumen? Wie's überall klingt, nah und fern, und auchdrinnen im Herzen!

Es dunkelte immer mehr. Da lohte ein Licht auf gegen denRollen, schon wieder eines, noch zwei, drei... bald ein flimmernderFunkenkranz. Der größte der Knaben hielt auch einen brennendenSpan in der Faust. Gleich flackerte es empor zum schwankenTannengipfel. Hei, die hochwallende Glut! Iuhu, die jauchzendenSchweizerknaben! Wie schön, die grüßenden Lichter alle, bis zumSäntis und weithin ins Land.

Ein Pfiff! Jetzt traten alle Kinder in einen Halbring undsangen aus voller Kehle:

Für Schweizerknaben welche Lust,

am ersten Abend im August

die Feuer anzuzünden,

daß sie im ganzen Land erglühn

und von den Gipfeln, von den Flühn

den Bundesschwur verkünden!

Den Schwur, den vor dem ew'gen Gott,als schwer die Freiheit war bedroht,die Bäter einst geschworen.

Sie setzten ein mit tapferm Mut,sie zu beschützen, Gut und Blut,und sie ging nicht verloren.

Drum wollen dankbar für und fürin Einmut unsrer Bäter wir,ein ganzes Volk, gedenken,und heut, am ersten Tag August,mit Iubelruf aus voller Brustdie Ehre ihnen schenken.

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