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Lesebuch für das fünfte Schuljahr / bearb. von der thurgauischen Lehrmittelkommission [Alfred Weideli ... et al.]
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Männer, die an seiner Stelle über das Land regierten, waren oftungerecht und hart.

Das empfanden die Bauern und Hirten der drei Ländchenbitter. Wenn sie auf der Allmend nebeneinander ihre Herdenweideten, klagten sie über diese bösen Herren und dachten an Be-freiung von solchem Zwang. Sie erinnerten sich, wie vor fünfzigJahren ein geliebter Kaiser ihre Bäter von landgräflicher Herrschaftbefreit und unter seinen eigenen Schutz genommen hatte. Nun wardas anders geworden, seitdem Rudolf von Habsburg auf demdeutschen Throne sah.

3. Er war einer der länderreichsten Fürsten seiner Zeit. Fastdie ganze deutsche Schweiz und ein großer Teil von Deutschlandund Österreich waren ihm Untertan. Noch war er damit nicht zu-frieden. Die Täler und Dörfer am Dierwaldstättersee gefielen ihmauch besonders wohl. Aber die Leute dort liebten ihn nicht. Zwarzeigte er dem Landmann gegenüber viel Leutseligkeit. Aber hinterder gutmütigen Außenseite steckte Habgier und Herrschsucht. DieWaldstätter mußten ihm für seine endlosen Kriege Mannschaft stellen.Seine Söhne, die als Landgrafen regierten, erhöhten die Steuerneigenmächtig aufs Dreifache. Alle Ländchen rings um die Urschweizwaren schon habsburgisch-österreichischer Besitz. Wie von einemfeindlichen Netz waren sie umgarnt, aus dem kein Entrinnen mehrmöglich schien. Was konnten die Hirten und Bauern dagegen tun,dem allmächtigen Kaiser gegenüber?

4. Da kam im Sommer 1291 vom Rhein her die Kunde, der73jährige Kaiser Rudolf sei gestorben. Wenn nun sein Sohn AlbrechtNachfolger würde? Wenn die Waldstätten durch '.dessen List undGewalt den letzten Rest ihrer Freiheit verlören? Zuerst die Unter-waldner, dann die Schwyzer und zuletzt die Urner? Das verhüteGott! sagten sie sich.

Ihre Vertrauensmänner kamen am 1. August im Schwyzerlandzusammen, und sie schlössen zur Notwehr einen Bund unter sich,gegen äußere und innere Feinde. Damit man immer daran denkeund den Bund nicht vergesse, schrieben sie es auf. An diesen Bundes-brief hängten sie ihre drei Landessiegel in hölzernen Kapseln und