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14. Die Schlacht bei Näfrls.
Nach der Schlacht bei Scmpach eroberten die Eidgenossen dasStädtchen Wesen am Walensee und legten eine Besatzung hinein. DurchVerrat der österreichisch gesinnten Bürger wurde jedoch dieselbe währendeiner Nacht größtenteils niedergemacht. "Nur ein kleiner Nest konntesich durch die Flucht retten. Die verräterischen Bürger überliefertennun das Städtchen wieder den Österreichern. Diese sammelten daselbstein Heer von 6000 Mann, um das Ländchen Glarus zu erobern.
Als die Glarner hievon Kunde erhielten, beschlossen sie, fürihre Freiheit und Unabhängigkeit das Äußerste zu wagen. Ihr Landwar durch eine Letzimauer zu unterst im Thale abgesperrt. Hiersammelten sich 200 beherzte Glarner unter ihrem LandeshauptmannMatthias A m b ü h l.
Am 9. April 1388 erschien daselbst der Feind. Tapfer ver-teidigten die Glarner eine Zeit lang die „Letzt", mußten aber derfeindlichen Übermacht weichen. Ambühl zog sich auf den Rautiberghinter Näfels zurück. Im ganzen Lande riefen die Sturmglockendie Männer unter die Waffen. 5—600 derselben scharten sich umdas Landesbanner am Abhang des Rantibcrges. Die Frauen undKinder hingegen flüchteten sich ins Gebirge.
Unterdessen hatte der Feind die Schanze durchbrochen und warraubend und brennend bis an den Rautiberg vorgerückt. Hier em-pfingen ihn die Glarner mit einem Hagel von Steinen, wodurch diePferde der gegnerischen Reiterei scheu wurden. In Unordnung wichendie Österreicher vor den Glarncrn den Abhang hinunter. Doch imThale ordnete sich der Feind schnell wieder, und von neuem mußtendie Glarner seiner Übermacht weichen. Zehnmal jagten sie den Gegnerin die Ebene, und zehnmal wurden sie von demselben wieder auf denBerg zurückgetrieben. Da erscholl auf einmal vom Gebirge her einlautes Feldgeschrei. Es war der Gruß von 30 Schmyzern, die trotzdes tiefen Schnees den bedrängten Glarncrn zu Hilfe kamen. IhrErscheinen erhöhte den Mut der Glarner, jagte dagegen dem Feindeeinen furchtbaren Schrecken ein. Mit den Schwyzern vereint, machtennun die Glarner den elften Angriff und schlugen die Österreichergänzlich in die Flucht. Ein herrlicher Sieg belohnte die Vaterlands-liebe und den Kampfesmut der Glarner.
15. Die Freiheitskriege der Appenzcllcr.
Die kräftigen Hirten des Appenzellcrlandes waren Unterthanendes Klosters St. Gallen. Im Namen desselben regierten mehrere