214
Unterdessen wurde das Städtchen Laupen schwerbedrängt- aber mutig verteidigte es Johann vonBubenberg, der wackere Sohn des Schultheißen, mit600 Mann. Er schlug alle Angriffe ab, ließ sichauch nicht einschüchtern, als die Feinde Stricke emporhielten, um anzudeuten, welches Schicksal ihn und dieSeinen erwartete, wenn das Städtchen erobert würde.In der Morgensrühe des 21. Juni 1339 sührte Erlachdas Heer gegen Laupen. Er lagerte sich oberhalbdes Städtchens und ordnete seine Truppen. DieWaldstätter übernahmen den Kampf gegen die Reiterei.Nach frommer Sitte verrichtete das bernische Heerdas Schlachtgebet. Hierauf gerieten die beiden Heereheftig aneinander. Der linke Flügel der Adeligendrohte, die Berner zu umgehen. Schnell zog Erlachseine Reihen etwas zurück. Dies hielten mehrere 100rückwärtsaufgestellte Berner für Flucht und flohensogleich in den nahen Forst. Als Erlach das sah,rief er aus: „Freunde, der Sieg ist unser- die Spreuist vom Kern gestoben!" Die Davongeflohenen kehrtenzwar bald zurück, mußten sich aber zeitlebens denSpottnamen „Förster" gefallen lassen. Nach hartemKanrpf wich das feindliche Fußvolk, aber die Wald-stätter hatten gegen die Reiterei einen schweren Stand -erst als ihnen die siegesfrohen Berner zu Hilfe kamen,wich auch sie. Etwa 1500 Adelige, unter ihnen auchder Graf von Nidau, waren gefallen. Den Wald-stättern gelobte Bern, ihre Hilfe nie zu vergessen.
Der Krieg war freilich noch nicht beendet- erdauerte noch lange fort. Bern erfocht einen Siegnach dem andern, so daß man sich im Lande herumerzählte, Gott selbst kämpfe für seine gerechte Sacheund sei Bürger in Bern geworden.