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Lesebuch für das fünfte Schuljahr der Primarschulen des Kantons St. Gallen / nach Vorl. der kantonalen Lehrmittelkommission hrsg. vom Erziehungsrate
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Christophorus aber war froh, dankte unserm Herrn dieGnade, die er ihm getan und pflanzte den Stab in diedürre Erde. Der ward über Nacht zum Baum, blühete undbrachte alsbald Frucht. Da fiel Christophorus nieder undbetete an, nahm auf sich das Kreuz des Herrn und folgteihm nach.

St.Martinus, der fromme Reitersmann.

Peter Rosegger.

Der heilige Martinus ist einmal an einem späten Abendüber die Heide geritten. Steinhart ist der Boden gefroren,und das klingt ordentlich, so oft das Ross seinen Fuss indie Erde setzt. Die Schneeflöcklein tänzeln umher; keineinziges vergeht. Schon will die Nacht anbrechen, und dasRoss trabt über die Heide, und der Reitersmann zieht seinenweiten Mantel zusammen, so eng er halt hat gehen mögenUnd wie er so hinfährt, da sieht er auf einmal einBettelmännlein kauern an einem Stein; das hat nur einzerrissenes Jöpplein an und zittert vor Kälte und hebtsein betrübtes Auge auf zum hohen Ross. Hu! und wiedas der Reiter sieht, hält er sein Tier an und ruft zumBettler nieder: Ja, du lieber, armer Mann, was soll ich dirreichen? Gold und Silber hab ich nicht, und mein Schwertkannst du nimmer brauchen. Wie soll ich dir helfen? Dasenkt der Bettelmann sein weisses Haupt nieder gegendie halbentblösste Brust und tut einen Seufzer.

Der Reiter aber zieht sein Schwert, zieht seinen Man-tel von den Schultern und schneidet ihn mitten ausein-ander. Den einen Teil lässt er hinabsahen zu dem armen,zitternden Greise: Hab vorlieb damit, mein notleidenderBruder! Den andern Teil des Mantels schlingt er, so gutes geht, um seinen eigenen Leib und reitet davon.

Wie der Reitersmann nachher in der Nacht daheimauf seinem harten Polster ruhsam schläft, kommt derselbe