Buch 
Lehr- und Lesebuch für das achte Schuljahr der Primarschulen des Kantons St. Gallen / nach Vorlage der kantonalen Lehrmittelkommission hrsg. vom Erziehungsrat des Kantons St. Gallen
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erhob sich drohend auf die Hinterbeine und liess ein dumpfesKnurren hören. Im Nu war die schaulustige Menge weiter ans-ein andergetreten, und der Polizist liess die Kette sinken, umhinter Janos Schutz zu suchen. Der Strumpfwirker rieb sich vorVergnügen die Hände.Ganz ähnlich stürzen sich die Bären inPolen auf die Handwerksburschen los. Da hiess es jederzeit gefasstsein, Leute! rief er zwei Frauen zu, die kreischend hinter demBrunnen unter seinem Fenster Zuflucht nahmen. Herr Kluge tratebenfalls einige Schritte zurück und malte sich im Geiste dasEntsetzen aus, das die Stadt Bethet ergriffen haben musste, alsdie zwei Bären unter den Knaben fürchterliches Strafgerichthielten.

Her mit dem Petz, oder auf der Stelle fünfzehn Guldenund achtzehn Kreuzer erlegt! rief der Polizist und postierte sichvon Janos weg zu dem Stadtschreiber, in welchem er eine Amts-person erkannte.

.Warum stört ihr diese friedlichen Männer und bringt unsereKinder um ihr Vergnügen?

Der Polizist pflanzte sich kerzengerade hin und sprach:Habe gehorsamst zu melden, dass diese zwei Männer der Kuckuckmag ihre fremden Namen aussprechen; ich bringe es mit meinerguten deutschen Zunge nicht zu stände dem Kronenwirt in Bins-heim für Kost und Logis und Arztrechnung fünfzehn Gulden undachtzehn Kreuzer schulden. Während vollen vierzehn Tagen, alsder eine von ihnen krank lag, haben sie gegessen und getrunkenwie Pfalzgrafen, und als es aus Bezahlen kam, da waren alleTaschen leer. Heute mittag, als der Kronenwirt nach Tisch seingewohntes Schläfchen hielt, da haben sie sich leise auf und davongemacht. Da nehme ich nun den Bären in Beschlag. Wollt Ihr mirhelfen, Herr Stadtschreiber?

Die Umstehenden lachten, Janos machte vor dem Stadtschreibereine tiefe Verbeugung und sprach:Hob ich gelegen krank zweiWoch und kann nix, gar nix verdien. Nimmt mon uns den Petz,so könn wieder nix verdien und könn nix bezahlen. Wollenschon bezahlen, wann hoben Geld. Verdienen, verdienen! Teremtete,das Monn darf nix nehmen! Dabei fuchtelte er mit seinen Händenund den Trommelschlägeln so lustig umher, dass der ganze Kreisin ein frohes Gelächter ausbrach. Sander erhob drohend seinenStock; der Petz blieb, zum Angriff bereit, auf den Hinterbeinenstehen; der Polizist legte die Rechte an den Säbel. Seine Ehre,