Mit dein Versprechen des Statthalters, Kreditbriefe für ihnnach England zu schicken, reiste Franklin dahin ab, um das zurAnlegung einer Druckerei Erforderliche selbst anzukaufen. Alleinder Statthalter hatte nicht nach dem Sprichworte gehandelt:Versprechen und Halten steht fein bei Jungen und Alten! Ver-geblich suchte der junge Mann in England die Kreditbriefe; esfand sich auch nicht ein einziger. Da war denn in dieser weitenEntfernung von seinem Vaterlande guter Rat teuer. Doch Benjaminschickte sich in das Unvermeidliche und ging bei einem Buch-drucker in Arbeit. Wie jedes andere Menschenkind, so war aucher nicht von Fehlern frei; aber er steht auch als ein Fehlenderhöher, als viele, da er sich nicht schämte, ein offenherziges, reuigesGeständnis aller abzulegen. Eine Zeit lang lebte er sehr massigund sparsam, und wenn ihn die Biertrinker einen Wassermannschalten, so pflegte er ihnen auf die schlagendste Weise darzutun,dass ein Pfennigbrot stärkender sei als eine Kanne Bier.
Indessen war eine geraume Zeit für Franklin in Londonverstrichen, und die Sehnsucht zog ihn nach Amerika zurück. EinKaufmann, in dessen Dienste er als Buchhalter trat, und welcherkurz vor seinem bald erfolgten Tode ihm ein kleines Legat ver-machte, gab ihm Gelegenheit, sein Vaterland wieder zu sehen. Sofinden wir ihn im Jahre 1727 abermals in einer Buchdruckereibeschäftigt. Hier hatte er vielfältig Gelegenheit, die Bekanntschaftgrosser Männer zu machen, welche seine Talente erkannten undihm in mancher Art ihre Hochachtung zu erkennen gaben. Überseine Denk- und Handlungsweise in dieser Zeit gibt er uns selbstfolgende Nachricht: „Ich hatte damals schon erkannt,“ sagteer, „dass der Mensch nur durch Wahrheit, Aufrichtigkeit undRedlichkeit sein eigenes und anderer Menschen Glück fördern kannund dass es nur einen Weg gibt, um glücklich zu werden, unddas ist der, welchen die Vernunft uns verzeichnet.“
Jetzt begann für Franklin ein neuer, wichtiger Lehensabschnitt.Mit Hilfe einiger Freunde* errichtete er eine eigene Druckerei undkam alle Freitage mit mehreren gebildeten Leuten zusammen,welche über Staatskunde und Sittenlehre, wie über Gegenständeaus den Naturwissenschaften Unterredungen hielten. Durch un-ermüdlichen Fleiss und weise Sparsamkeit war er endlich wohl-habend geworden. In seinem Hause ward trotzdem nichts überdie nötigsten Bedürfnisse des Lebens hinaus angeschafft; Franklinelbst ging mit dem- Beispiele der Finfachheit voran, und ein Be-