irischen Mitbürger zu bestimmen; die Engländer schritten mit Ge-walt der Waffen ein, und in kurzem hatte sich die Kriegsflammeüber ganz Nordamerika verbreitet.
1776 wurde Franklin beauftragt, eine Verbindung der nord-amerikanischen Staaten mit Frankreich gegen Englands ('hermachteinzuleiten und, womöglich, zum Abschluss zu bringen. Er reistezu dem Ende nach Frankreich. Einfach und schlicht in seiner Klei-dung, wie in seinem Wesen, eine grosse Brille auf der Nase, ginger dort einher, und die modelustigen, komplimentereichen Franzosen,die Stutzer unter den europäischen Völkern, welche den grossenFranklin im Herzen bewunderten, sahen in diesem einfachen BürgerAmerikas anfangs nichts mehr, als einen ehrlichen Landmann.Desto mehr aber wurden sie von dem scharfsichtigen, schlauenAmerikaner durchschaut. Bald empfing man ihn überall mit dergrössten Aufmerksamkeit, und Ludwig XVI. gewährte ihm eineAudienz, bei welcher ihm die vorzüglichste Hochachtung zu erkennengegeben ward. Das Bündnis zwischen Frankreich und Amerikakam später zustande. — Der General Washington, der Komman-deur sämtlicher amerikanischer Truppen, war es besonders, welchersich neben Franklin um Nordamerikas Freiheit die grössten Ver-dienste erwarb. Wie sehr Franklin die Verdienste dieses ausge-zeichneten Mannes anerkannte, dafür zeugt eine Stelle in seinemTestamente, welche also lautet: „Meinen guten Spazierstock vonwildem Apfelholze mit dem goldenen Knopfe vermache ichmeinem Freunde, dem Freunde und Wohltäter der Menschheit,dem General Washington. Wäre es ein Szepter, er hätte esverdient und würde es mit Ehren führen.“
Im Jahre 1788 wurde zwischen England und den dreizehnvereinigten nordamerikanischen Freistaaten, nachdem sie als solchevon Frankreich schon früher anerkannt waren, Friede geschlossen.Franklin, welcher in den Tagen seines Alters an der Fussgichtlitt, bat 1785 um Zurückberufung aus Frankreich, wo er sich seinerSendung auf die rühmlichste Weise entledigt hatte. Mit lautemJubel empfingen ihn seine Mitbürger in Philadelphia. Man löstedie Kanonen, läutete die Glocken und erwies ihm die grösste Liebeund Hochachtung. Es ward dankbar anerkannt, dass er der belebendeGeist gewesen war, welcher vor und in dem Kriege das Gefühlder Freiheit und Unabhängigkeit von fremdem Drucke in seinenLandsleuten allenthalben hervorgerufen und wach erhalten hatte.
Noch in seinem 78. Jahre bekleidete er die Stelle eines Prä-