Vogel, durch Garten, Wald und Feld; wie freute ihn der Frühlingmit seinen Blumen, die Sonne, die wieder so warm vorn Himmelhernieder lachte! Von dem kleinen Sarge unter dem Dachvorsprungseines Hauses ahnte er nichts — sonst wäre er am Ende dochnicht so lustig gewesen. Theobald Kerner.
29. Ist das Alles?
Ein Maientag im Sonnenglanz,ein Julitag, ein Erntekranz.
Ein kurzer Traum von Glück und Rast;das Leben flog in Sturm und Hast.
In Sturm und Hast bergab, hinab,ein gleich vergess’nes Menschengrab.
Allalles zieht, o Morgenrot,ins Netz der alte Spinnricli Tod.
Detlev von Liliencron.
30. Heimkehr.
Und wiederum die reine Luftvon deinen Bergen atm’ ich ein!
Und wiederum, o Schweizerland,
0 süsse Heimat, bist du mein!
Ein Alphorn klagt gedämpften Tonsherüber von dem Felsenhang;ein fernes Herdenglöcklein klingt,und meine Seele wird Gesang.
In eine Äolsharfe istverwandelt wieder mein Gemüt,darüber, wie ein linder Hauch,der Zauber deiner Sagen zieht.
Heinrich Leuthold.
31. Firnelicht.
Wie pocht das Herz mir in der Brusttrotz meiner jungen Wanderlust,wann, heimgewendet, ich erschaut’die Schneegebirge, süss umblaut,das grosse, stille Leuchten!