denn dieses ist der Freien einz’ge Pflicht:
Das Reich zu schirmen, das sie selbst beschirmt.
Melchthal. Was drüber ist, ist Merkmal eines Knechts.
Stauffacher. Sie folgten, wenn der Heribann erging,
Dem Reichspanier und schlugen seine Schlachten.
Nach Welschland zogen sie gewappnet mit,die Römerkron’ ihm auf das Haupt zu setzen.
Daheim regierten sie sich fröhlich selbstnach altem Brauch und eigenem Gesetz.
Der höchste Blutbann war allein des Kaisers,und dazu war bestellt ein hoher Graf;der hatte seinen Sitz nicht in dem Lande.
Wenn Blutschuld kam, so rief man ihn herein,und unter offnem Himmel, schlicht und klar,,sprach er das Recht und ohne Furcht der Menschen.
Wo sind hier Spuren, dass wir Knechte sind?
Ist einer, der es anders weiss, der rede!
Im Hof. Nein, so verhält sich alles, wie ihr sprecht:Gewaltherrschaft ward nie bei uns geduldet!
Stauffacher.. Dem Kaiser selbst versagten wir Gehorsam,da er das Recht zu Gunst der Pfaffen bog;denn als die Leute von dem GotteshausEinsiedeln uns die Alp in Anspruch nahmen,die wir beweidet seit der Vater Zeit,der Abt herfürzog einen alten Brief,der ihm die herrenlose Wüste schenkte —denn unser Dasein hatte man verhehlt —da sprachen wir: „Erschlichen ist der Brief;kein Kaiser kann, was unser ist, verschenken;und wird uns Recht versagt vorn Reich, wir könnenin unsern Bergen auch des Reichs entbehren!“
— So sprachen unsre Vater! Sollen wirdes neuen Joches Schändlichkeit erdulden,erleiden von dem fremden Knecht, was unsin seiner Macht kein Kaiser durfte bieten?
— Wir haben diesen Boden uns erschaffendurch unsrer Hände Fleiss, den alten Wald,der sonst der Bären wilde Wohnung war,zu einem Sitz für Menschen umgewandelt;die Brüt des Drachen haben wir getötet,