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Lehr- und Lesebuch für das achte Schuljahr der Primarschulen des Kantons St. Gallen / nach Vorlage der kantonalen Lehrmittelkommission hrsg. vom Erziehungsrat des Kantons St. Gallen
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entweder Schnitt-, Hieb-, Schuß-, Quetsch- oder Rißwunden. Sie könnendas menschliche Leben auf zwei Arten ge-fährden: 1. durch zu großen Blutverlust;

2. durch Blutvergiftung. Diese tritt ein,wenn durch die Wundöffnung Fäulnis-erreger in den Blutstrom geführt werden.

Wie ratlos steht nun oft der Menschin diesen Fällen, wo ihn ein bißchen Sach-kenntnis zum Lebensretter machen würde, da!

Vor wenigen Jahren ist der tüchtigeBerner-Oberländer Führer Peter Eggerelendiglich verblutet, weil weder er, nochsein Begleiter sich zu helfen wußten, alser beim Herstellen einer Laterne aus einerFlasche sich die Pulsader der Hand miteiner Glasscherbe durchschnitten hatte. EinDruck auf die spritzende Stelle, das Auf-binden eines Steines, hätteseinLeben gerettet.

Was darf und soll nun der Laie beistark blutenden Wunden vor Ankunft desArztes tun?

1. Die Wunde selber nicht durch Be-rührung mit schmutzigen Fingern vergiften.

2. Eine verunreinigte Wunde mit frischemBrunnenwasser oder besser mit gekochtem

Fig. 7.

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Fig 8.

Wasser gut reinigen. 3. Den Notverband an-legen, der in geeigneter Weise die Blutung stillt.

Kleinere Wunden nimmt eine verstän-dige Mutter selbst in Behandlung. Zu demZwecke bedient sie sich der Verbandpatroneaus der Hausapotheke. Mit gekochtem Wasseroder 2» o Karbollösung wird die Wunde mitdeni Wattebausch gereinigt. Alsdann legt sieeine Lage Sublimatgaze darauf, über dieseeine Lage Watte und darüber den wasser-dichten Guttaperchastoff. Ilm das Ganzekommt die Binde, die mit der Sicherheits-nadel befestigt wird. Nicht stark blutende,kleine Wunden, Schürfe und Risse der Haut

werden nach sorgfältiger Reinigung mit Heiltaffet zugedeckt.