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wechslung zu sorgen; aber der liebenden Fürsorge einer hingebenden Pfle-gerin wird auch dies möglich werden. Schläft der Kranke während derEssenszeit, oder auch wenn es Zeit zum Einnehmen ist, so läßt man ihnruhig weiterschlafen. Der Schlaf wirkt in allen diesen Fällen heilsam underquickend.
Hängt auch die leichte Verdaulichkeit vielfach bei den Speisen, ins-besondere den Mehlspeisen, von der richtigen Zubereitung ab, so kommendoch für den Kranken und Leidenden in erster Linie in Betracht (immer ent-scheidet die Verordnung des Arztes): 1. die Milch. Sie darf nur gekochtund als Getränk in kleinen Schlückchen gegeben werden. 2. Schleim-suppen von Gerste und Hafer. 3. Kalbshirn. 4. Kalbsmilk (Bröschen,Milken). 5. Rührei. 6. Fleischsuppe: Saftiges Rindfleisch wird zerhackt,in kaltes Wasser gelegt und langsam gekocht (alles Eiweiß wird auf dieseWeise im Wasser gelöst). 7. St. G«ller Bratwurst. 8. Tauben, Wild--fleisch, Kalbfleisch, Forelle. Als leichtere Mehlspeisen gelten: Reisgerichtealler Art, dünne Omlette, Nudeln, feine Spätzli, Zwieback. Das Brotsoll frisch, aber ja nicht mehr klebrig oder gar warm sein. Werden demKranken Gemüse verordnet, so dürfen diese nur in jungem, zartem Zustandgegeben werden. In Betracht kommen nur: Grüne Erbsen, Gelbrüben,Spargeln, Blumenkohl, Schwarzwurzeln, Kartoffeln als Brei, Hülsen-früchte durchgeschlagen.
Obst ist leicht verdaulich.
Als Getränk verabreiche man: Reines, frisches Brunnenwasser. Sooft der Kranke trinken will, gib ihm, aber nur ganz wenig auf einmal.Auch Fruchtsäfte von Himbeer, Zitrone, Reiswasser und Mandelmilchsollst du im Vorrat haben oder rasch bereiten können; denn sie werdenrecht oft vom Arzte verschrieben!
in. In der Krankenstube.
1. Die Ausführung der ärztliche« Verordnung.
Bevor das Gewitter im Sommer losbricht, verfinstert sich die Sonne;schwarze Wolken ballen sich am Horizonte; der Wind weht heftig; Blitzezucken, und heftig rollt der Donner. Ganz ähnlich gehen jedem ernstlichenUnwohlsein sichere Krankheitszeichen oder Symptome voraus. Als erstesund untrügliches gilt wohl die erhöhte Körpertemperatur mit heißer Stirneund schnellem Puls. Um die Körperwärme zu messen, bedienen wir unsdes Fieberthermometers. Es sieht dem gewöhnlichen Thermometer gleich,reicht aber nur von ca. 35 bis 45 ° 0. Dafür sind die einzelnen Graderecht groß und in 10 Teile geteilt, so daß eine sehr genaue Ablesung