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Lehr- und Lesebuch für das achte Schuljahr der Primarschulen des Kantons St. Gallen / nach Vorlage der kantonalen Lehrmittelkommission hrsg. vom Erziehungsrat des Kantons St. Gallen
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möglich ist. Die Zahl 37 ist rot bezeichnet. Das ist eben die Normal-temperatur des Blutes. Um die Blutwärme der Kranken zu messen, legenwir das Thermometer in die Armhöhle und lassen es ca. 10 bis 15 Mi-nuten, fest von der bloßen Haut umschlossen, liegen. Bei 37,5 o ist dieTemperatur noch ungefährlich; 38 und 39 zeigen Fieber, 40 bis 42 sehrhohe, lebensgefährliche Fiebergrade an. Gewöhnlich macht man die Messungnwrgens und abends zwischen 5 bis 7 Uhr.

Innerlich verordnet der Arzt: Arzneien; äußerlich: Abwaschungen,Bäder, Umschläge rc. Bei jeder Medizin, die du dem Kranken reichst,achte vorher genau auf die Aufschrift der Flasche, damit keine Verwechslungund dadurch schwerer Schaden entstehe.

Willst du einen Kamillen-, Holunder-, Linden- oder Wollblumentheebereiten, so koche die nötige Menge Wasser siedend heiß. In einen Krugbringst du nun die Theekräuter. Auf eine Tasse rechnet man einen Kaffee-löffel voll. Nun schütte das heiße Wasser an und lasse es ca. 5 Minutenziehen. Der Thee ist zunr Trinken bereit. Thee aus Rinde, Wurzeln, sovon Brustwurzel, Baldrian, Eibisch, isländisch Moos muß gekocht werden.Das Wasser wird auf die Hälfte eingekocht. Dazu rechnet man l /s bish / 4 Stunden.

Umschläge können kalt, trocken oder feuchtwarm verordnet werden.Um den kalten Umschlag zu machen, nimm ein mehrfach zusammengefaltetesTuch; bring es in kaltes Wasser. Mäßig naß leg' es dem Patienten umund packe beide luftdicht in eine große wollene Decke. Je nach der Ver-ordnung des Arztes läßt man den Umschlag kürzere oder längere Zeit wirken.Kalte Umschläge auf Kopf und Stirn werden mit Handtüchern gemacht.Man taucht sie in kaltes Wasfer und drückt sie recht gut aus. So oft siewarm sind, müssen sie erneuert werden. Noch besser dient der Eisbeuteloder die Schweinsblase, in die man fein zerstoßenes Eis bringt. Sobalddie Aufschläge dem Kranken kalt, unangenehm erscheinen, höre man auf.Trockene, warme Umschläge werden ebenfalls häufig verordnet. Man bringtin Tuchsäcklein heißen Sand oder warme Steine. Feuchtwarme Umschläge,Kataplasmen, werden aus Leinsamen, Hafergrütze, Brot und Milch her-gestellt. Man bereitet einen dicken Brei, packt denselben in ein Leinwand-tüchlein und legt ihn auf die kranke Stelle; bevor er erkaltet, nimmt manihn weg.

2. Das Krankenzimmer.

Die Wärme muß im allgemeinen in jedem Krankenzimmer dem Be-hagen der Kranken entsprechend sein, etwa 15 bis 18« 6. Das Zimmersei heiter und frohmütig. Nur Fieberkranke und Augenleidende bedürfeneines dunklen Zimmers. Je nach Umständen ist es vorteilhaft, während