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Lehr- und Lesebuch für das achte Schuljahr der Primarschulen des Kantons St. Gallen / nach Vorlage der kantonalen Lehrmittelkommission hrsg. vom Erziehungsrat des Kantons St. Gallen
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Krümchen fallen zur Erde, werden aufgelesen und verbrannt. Gut ge-strichene oder lackierte Möbel, sowie Wände werden mit 5°,<,iger Karbol-lösung, die man einige Minuten einwirken läßt, befeuchtet. Nachher reibtman sie trocken. Tapezierte Wände sind mit Brot abzureiben. Fußbodenund Decke werden mit Kalkmilch vollständig gepinselt. Die entstehendeweiße Kruste läßt man 12 Stunden einwirken. Alsdann entfernt man siemit warmem Sodawasser und Bürste. Herstellung der Kalkmilch: 1 Kilo-gramm Kalk wird mit einer Weinflasche voll Wasser gelöscht und derBrei mit 8 Liter Wasser verdünnt.- und Trinkgeschirre werden durchKochen desinfiziert. Kleider, Bettzeug, Tischdecken rc. werden dem strömen-den Dampf ausgesetzt, längere Zeit gekocht oder aber 12 Stunden in 5° 0 tgeLysollösung gebracht. Alle Leibwäsche, die dem Kranken abgenommenwird, legt man in eine Kaliseifenlösung. Diese wird bereitet, indem man15 Gramm grüne oder schwarze Schniierseife in je 10 Liter lauwarmemWasser auflöst.

Befolgt man diese Regeln, so hat man sich und der Umgebung gegen-über eine schuldige Pflicht erfüllt. Vor allem befreie man sich von jenersträflichen Sorglosigkeit, die in treuester Hingabe zum lieben Kranken nurzu oft zum Vater den Kindern auch noch die Mutter raubt.

4. Meine Hausapotheke.

Aus dem Lande, wo Arzt und Apotheker oft fern sind, ist in jedenrHaushalt eine kleine Apotheke ein durchaus notwendiges Jnventarstück.Die Theesorten wird man sich vielleicht selber suchen und dieselben imSchatten dörren. In allen ernsten Fällen aber geh' zum Arzt und raub'ihm nicht mit deinen nutzlosen Kurpfuschereien die Zeit zur heilbringendenEinwirkung. Meine Hausapotheke enthält:

I. Verbandstoffe: a) Heiltaffet, b) Verbandpatronen, c) eine Tragschlinge.II. Krankenthee:

1. Kamillen, gegen Erkältung, Blähung, Leibschmerzen, auch zumGurgeln.

2. Lindenblüten, gegen Katarrh, Husten; zum Schwitzen: vor demSchlafengehen heiß einnehmen.

3. Pfeffermünzthee, als magenwärmendes und krampfstillendes Mittel.

4. Hoffmannstropfen. 15 bis 20 Tropfen auf Zucker oder in Wasserbei Ohnmacht, Übelkeit, Schwindel; Stirne und Schläfe sind eben-falls damit zu benetzen.

5. Salmiakgeist zum Betupfen bei Insektenstichen und zum Riechenbei Ohnmachten.