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gewonnen; aber die Rolle ermöglicht eine bequemere Verrichtungder Arbeit. Sie erspart das mühsame Auf- und Absteigen derschwer beladenen Mörtelträger.
2. Schwere Lasten: Sandsteingesimse, schwere Platten, T-! Balken heben wir mit dem Flaschenzug und mitder Differentialflasche. Die Wirkungsweise dererstem können wir leicht verstehen, die derzweiten wenigstens für die praktischen Bedürf-nisse berechnen.
Der Flaschenzug besteht aus einer belie-bigen Anzahl Rollen, die in zwei Gehäusen oderFlaschen angebracht sind und über die ein Seilläuft. Das eine Seilende ist an einer der beidenFlaschen befestigt. Am anderen Ende wirkt dieKraft. Unsere Zeichnung [zeigt das klar. Dieuntere Flasche A ist ^beweglich und trägt dieLast, die obere Flasche B ist fest.
Fig. 14. Wie die einzelne lose oder be-
wegliche Rolle wirkt, zeigt uns die beigesetzteFigur 14. Fig. 13 stellt die feste, Fig. 14 die beweg-liche Rolle dar. Die Last hängt in C. Wie leicht ein-zusehen, wirkt sie an einem Hebelarm, der gleichdem Halbmesser der Rolle ist. Der Durchmesser ABist der Kraftarm, also doppelt so lang als der Last-arm. Der Drehpunkt ist in B. Die Kraft mussalso nur die Hälfte der Last betragen, oder wirsagen: an der beweglichen Rolle herrscht Gleich-gewicht, wenn die Kraft gleich der Hälfte der Lastist. Betrachten wir nun unsern Flaschenzug inFigur 15. Jede Gabel trägt 3 Rollen. Die Lastwird also durch 6 Seile getragen. Alle sind gleichstark gespannt; folglich trägt jedes den 6. Teil derLast. Die Kraft muss nur einem Seile das Gleich-gewicht halten, folglich dem sechsten Teil der Lastgleich sein. Allgemein finden wir die nötige Kraftsehr einfach, wenn wir die Anzahl aller Rollender beiden Flaschen in der Last teilen.
Aus praktischen Gründen darf die Rollenzahlnicht über 6 bis 8 hinausgehen, weil die benach- 15 -
harten Seilstücke sich berührten und die’Reibung'zu gross würde.