Beide Übelstände sind am Differentialflasclienzug, derin Fig. 16 veranschaulicht und auf jedem Bauplatz zu treffen ist,vermieden. Der Hauptkörper A wird durch zwei auf derselben
Achse sitzende und festverbundene gewöhnlich r-- ' ' 3
aus einem Stück gegossene Rollen gebildet. DieUmfänge derselben sind in gleichen Abständenmit Zähnen versehen. Eine Kette ohne Ende,deren Glieder genau in jene eingreifen, ist derartüber die Scheiben gelegt, dass zwei herabhängendeSchleifen entstehen. Die eine davon trägt einegewöhnliche Rolle, an der die Last hängt, wäh-rend die hebende Kraft in dem Teil der Schleifewirkt, der von der grossem Kettenscheibe herab-hängt. Auch hier lässt sich die Kraft, die einerangehängten Last das Gleichgewicht hält, sehrleicht berechnen. Es seien R und r — die Halb-messer oder Radien der Differentialflasche, L — dieLast; dann ist die nötige Kraft.
(11 — r) X Last
Ii-
2 X R
Aufgabe: Die (beiden Halbmesser der 16 -
Differentialrolle betragen 40 und 37 cm. An der Lastrolle hängt■ein Sandquader von 20 q Gewicht. Welche Kraft ist zur Hebungnötig ?
K
(40 -37) X 200080
= 3 X 25 = 75 kg = 1 HP.
3. Wohl haben wir mit unserm Flaschenzug Kraft gewonnen.Doch ist uns auch ein Nachteil aufgefallen. Es dauert sehr lang,bis die Last an ihr Ziel gelangt. Das Lastseil geht über 6 Rollen.Bewegt sich nun die Last 1 m aufwärts, so wird jedes der 6 Seile1 m kürzer. Der Angriffspunkt der Kraft hat alsdann 6 m zurück-gelegt. Hängt eine Last von 30 q an der Lastrolle unseres Flaschen-zuges, so ist das Produkt aus Last X Weg der Last = 30 X 1,dasjenige der Kraft 5 X 6 = 30. Hier sehen wir so recht deutlich :was man an Kraft gewinnt, verliert man an Weg oder Zeit. DiesesGesetz nennt man die goldene Regel der Mechanik.
3. Die Bauwinde.
1. Am meisten Anwendung findet der Hebel in den Räder-werken. Auch unsere Bauwinde ist ein solches. Mehrere Wellen-