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bald ein farbloses Gas, das mit kleiner, nur oben leuchtenderFlamme brennt. Die Kerzenflamme selber wird während des Ver-suches viel kleiner.
In einfachster Weise stellt uns also die brennende Kerze einekleine Gasfabrik vor. DasKerzenmaterial wird durchdie Hitze der Flamme erstflüssig und dann gasförmig.
Dieses Gas besteht ausKohlenstoff und Wasser-stoff. Es kommt dir dasgewiss recht auffällig, fastunglaublich vor, da du dichgewöhnt hast, unter Kohlen-stoff einen festen Körper zudenken, nicht aber ein Gas.
Aber schau, du wirst dasleicht begreifen, wenn ichdich an das Wasser undseine Entstehung erinnere.
Dieses ist eine Flüssigkeit, Fi S- lö -
und doch weisst du, dass sie aus den Gasarten Sauerstoff undWasserstoff besteht. Ganz ähnlich verhält es sich hier. So ist dieVerbindung von Kohlenstoff und Wasserstoff, der Kohlenwasserstoff,bald fest, bald flüssig, bald gasförmig. Im dunkeln Kern unsererKerzenflamme ist er gasförmig, beim Petrol oder Erdöl, das ausvielen Kohlenwasserstoffen besteht, flüssig. Und dass dieses Kohlen-stoff enthält, erfährst du leicht und zeigt dir deine Mama rechtanschaulich, wenn du die Lampe zu hoch brennen lässt. Die nichtverbrannten Kohlenfetzen hängen sich oben an der Glocke festoder fliegen im Zimmer herum. Das sind nicht etwa Teilchenvorn Docht, sondern chemische Bestandteile des Erdöls, das in derHitze zerlegt wird. Jetzt ist dir auch leicht begreiflich, woherdas eigentliche Leuchten der Kerze herrührt. Der Docht führtdas flüssige Material nach oben. In der Hitze wird es zerlegt undgasförmig. Der Kohlenstoff wird hiebe! ausgeschieden, glüht, undleuchtet. Dieser glühende Kohlenstoff drängt nach aussen, wirdaber dort bei genügender Luftzufuhr unter Entwicklung hoherWärme vollständig verbrannt. Was geschieht sonst? Erkläre nachdem Gesagten den Gaskocher, das Auerlicht.