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Lehr- und Lesebuch für das achte Schuljahr der Primarschulen des Kantons St. Gallen / nach Vorlage der kantonalen Lehrmittelkommission hrsg. vom Erziehungsrat des Kantons St. Gallen
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3. Eine einfache Acetylenzentrale.

Die Kochflasche A ist durch einen doppelt durchbohrtenPfropfen gut geschlossen. Durch die eine Öffnung führt eineGlasröhre, die oben durch einen Schlauch mit einem Trichter ver-bunden und unten fein ausgezogen ist; durch die andere führt einGasrohr zum Gasometer; das ist eine Flasche mit abgesprengtemBoden. Ein recht gut schliessender Pfropfen sperrt die äussereLuft ab und trägt den Gasbrenner: einen Pfropfen mit ausgezogenerGlasröhre, wo das Gas angezündet wird. In die Kochflasche A

Fig. 2'\

bringen wir etwas Calciumcarbid. Dieses wird in hoher Hitze imelektrischen Ofen durch Glühen von gebranntem Kalk und Kohlehergestellt. Das Gas bildet sich, sobald wir Wasser auf dasselbegiessen. Der Trichter T ist mit Wasser gefüllt. Der Quetsch-hahn Q schliesst dasselbe von der Kochflasche, dem eigentlichenGasentwickler, ab. Der Gasometer ist vor der Gasentwicklung inbekannter Weise vollständig mit Wasser gefüllt worden. Nunlassen wir tropfenweise Wasser auf das Carbid Hiessen. Stürmischwird das Gas ausgetrieben, und leicht mit Luft vermischt strömtes zum Gasometer hinüber und verjagt das Wasser aus demselbenvollständig. Kurze Zeit lassen wir das Gas in die Luft entströmenund zünden alsdann an. Es brennt mit hellgelber, stark russenderFlamme. Durch geeignete Brenner wird in den Anlagen genügendLuft zugeführt, damit die Flamme richtig leuchtet.