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Wilhelm Jordan.
5 Dann eilt' er zurück mit raschen SchrittenAuf die Schwelle zum Saal und lauschte schweigendEntferntem Gemurmel und Männertritten.
Jetzt alles still, wie vor SturmesausbruchIn Todesruhe die ganze Natur sinkt,
10 Wann in schwüler Luft die schwarzen WolkenSo schwanger schon sind, daß sie, schwebensmüdeUnd tmgeduldig, donnern zu dürfen,
Fast regungslos ruhig herunterhängen.
„Es ist Zeit!" rief Hagen. „Zögre nicht länger,15 Durch das letzte Lied deines hölzernen LiebchensDie droben zu wecken zum letzten Erwachen I"
Da nahm die Fiedel Volker von AlzeyUnd begann zu geigen. Das war kein Girren,
Kein Sehnen und Suchen verliebter Seelen,
20 Kein Kosen und Küssen und Kindergeflüster.
Der Kampfschrei war's, den beim König der GötterIn Walhall droben, die Helden zu wecken,
Einst gellend kräht der Hahir mit dein Goldkamm,Wanir der wütende Würger, der Wolf, sich losreißt,
25 Wann Surtur sengend von Süden heranstürmtUnd die Erde wankt von den Schlägen des Wurms.
So klangen die Saiten und siegestrotzigDazwischen ein Lied von Volkers LippenVon starken Helden mit stolzen Herzen,
30 Die das Leben geliebt und den Tod verlachen.
Schon drängten sich draußen mit dröhnenden TrittenZu jedem der Tore der Krieger tausend;
Schon hob sein Hifthorn der Hunnenkönig,
Um Sturm zu blasen. Doch stumm noch blieb es.
35 Ob sein Herz auch zermalmt war, er mußte horchen,Und gramvoll bcsenfztc die große SeeleVerlorenen Grund begrabener HoffnungIn des stolzen Germanen Sterbegesang:
Erwacht! In den WolkenIst Wasfengerassel.
Erwacht! Es gewittert,
Als wieherten Rosse.Walknrien kommenZum Kampf geflogenIn glänzenden Brünnen,
Von Brautlust glühend.
Sie lenken herunterDie luftigen Renner,
Um Tapfre zu kiesenMit tötenden! Kuß.
Erwachet! Es wartenDie Wodanswölfe,
Es rufen die Raben,
Ihr Mahl zu rüsten.
Um der Seele die PforteZum Sonnenpfade
Weit auszuschließen,
Ist Eisen geschlissen.
Das Leben ist Schlaf nur,Erlösttug der Schlachttod.Erwachet zum Sterben,
Und sterbend erwacht!
Erwachet! Es winkenVon Walhalls SchwelleDie erkorenen GästeDes Götterkönigs.
Da lebt ihr in Leibern,
Aus Licht gewoben;
Da ist Kampf nur KurziveilUnd Wunde Wollust.
Da labt das GedenkenErduldeter Leiden,
Da schildert ihr scherzendDer Niblungc 9iot.