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Band I.
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Der Türke legte seinen Turban ab. zog sein Oberkleid ausund behielt endlich nichts auf dem Leibe, als seine weiten, ausdünnem Baumwollenstoffe verfertigten Hosen, die unserem Schwingerkeinen Anhaltspunkt gewähren konnten, sondern wohl beim ersten5 Rucke in Fetzen gegangen wären. Zudem liess sich der Ring-kämpfer durch seine Zunftgenossen den Oberkörper mit Olivenöleinreihen. Zum Anziehen der Schwingerhosen war der Türke nichtzu bewegen. Unser Schwinger befand sich demnach offenbar imNachteil, und wir waren in nicht geringer Besorgnis um den Ruf10 schweizerischer Schwingkunst.

Der Oberländer hingegen schien unsere Befürchtungen nichtim mindesten zu teilen; im Gegenteil, er stülpte mit der grösstenGemütsruhe seine Hemdärmel zurück und rief, als er damit fertigwar, ungeduldig zu dem Türken hinüber: « Hest glych anhi us-15 gsalbet» ?

Das Zeichen zum Angriffe wurde gegeben, und sogleich stürztesich der Hamal mit gewaltigem Anlaufe, wie ein Tiger, auf denruhig dastehenden Schwingerkönig. Dieser liess den Athleten bisauf einen Schritt vor sich herankommen, warf sich im Augenblick,20 als dieser ihn mit seinen gewaltigen Armen umfangen wollte, blitz-schnell auf das rechte Knie nieder, packte mit der rechten Handdie linke Kniekehle des Gegners und riss diese neben sich vorbei,versetzte ihm gleichzeitig mit der linken Hand einen Stoss auf dieBrust und fuhr ihm mit dem Kopfe, wie ein Widder, in die Magen-25 gegend. Es ist dies ein Kunstgriff, der den Oberländern unter demNamen « Stechen» bestens bekannt ist und der auch hier seineWirkung nicht verfehlte. Der Lastträger fuhr mit einem so wuch-tigen Falle rückwärts, dass der Boden erdröhnte, und blieb so langeatemlos auf dem Boden liegen, dass man nicht zu untersuchen30 brauchte, ob beide Schulterblätter regelrecht die Erde berührthätten.

Der so traktierte Osmanli war um keinen Preis zu einemzweiten Gange zu bewegen, ebensowenig einer seiner stämmigenBerufsgenossen. Es blieb daher die Meisterschaft des Schweizers35 auch asiatischerseits unbestritten, und er holte sich unter ungeheuremJubel den wohlverdienten Lorbeerkranz aus der Hand einer reizen-den Armenierin. joh. Jak. Romang.

i 8 zi — 1884 .