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Band I.
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trinken; denn unser Wasser ist sumpfig; Brunnen gibt es hiernirgends. Bei jedem Hause ist eine wohlverwahrte Grube, in welchedas Regenwasser läuft; das ist das beste, das wir haben; wenn esaber nicht ausreicht, so müssen wir uns mit geklärtem Grabenwasserbehelfen, das auch seine Dienste tut, wenn es gekocht wird und 5man vorsichtig damit umgeht. Gewöhnlich trinkt es niemand, dernicht muss; denn es ist immer etwas salzig und faulig und machtleicht Fieber, Kopfschmerzen und Übelkeit; zu Kaffee und Tee istes am besten. Solange Sie in den Marschen sind, hüten Sie sich,angekochtes Wasser zu trinken. Auch in Holland ist das so und 10überall, wo tiefes, sumpfiges Land ist. Trotz alledem ist die Marschgesund; denn die Seewinde nehmen die bösen Dünste fort, und einschönes, reiches Land ist es, in dem ein jeder, der fleissig ist, seinordentliches Auskommen hat“.

„Ja“, sagte der alte Lehrer, „danken wir unserm Herrgott für 15die festen, hohen Deiche! Und denken wir an die Halligen und andie armen Leute auf denselben, die mitten in der brüllenden Seeohne Schutz und Schirm sitzen“!

„Was ist es mit den Halligen“? fragte Theobald.

„Fragen Sie Sam“, sagte Jansen; „in der letzten schweren 20Sturmflut, die vielen Menschen das Leben gekostet hat, ist er mittendrin gewesen und hat das ganze Elend mit erlebt“.

„Erzählen Sie“! bat Theobald den alten Mann.

Nach Theodor Milgge.

1806 — 1861 .

98. c. Die Halligen.

„Sie wissen doch“, begann Sam, „dass wir die kleinen Eilandevor unserer Küste Halligen nennen? Sie sind die Reste grösserer 25Landstücke, welche von der See nach und nach weggeschlagen undauf ewig versenkt worden sind; sie wird auch diese Überbleibsel nochholen und reisst jährlich Stücke davon los. Jetzt sind noch sech-zehn solcher kleiner Erdliecke übrig, wo Menschen wohnen, meistaber nur eine Familie oder zwei oder drei, die ihre Wohnungen auf 30Warften gebaut haben und die gewöhnlich wenig mehr besitzen, alseine Anzahl Schafe, die von dem harten, schilfigen Grase leben, dasdiese Eilande bedeckt. Keine Kuh, kein Pferd und kein anderes Tierkann da aushalten, als das genügsame, grobwollige Schaf, das sichmit der spärlichen Nahrung begnügt“. 35

„Eine Hallig ist nichts als ein Grasfeld, das ein paar Fuss höherliegt, als der gewöhnliche Meeresstand ist, und das keine schützen-