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Band I.
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Dann sprach er: „Ihr Mannen! Ich grosse euch nach langerIrrfahrt im fremden Lande! Wisst ihr noch, wie vor 6 Jahren derrömische Händler mit seinen Gold- und Silberketten durch unsereWälder zog und auf den Höfen seinen Tand unsern Mädchen und5 Frauen zum |Kaufe anbot? Wisst ihr noch, was er uns alles er-zählte von seiner Heimat, der grossen Kaiserstadt Rom, von derPracht der Häuser und dem Reichtum seiner Bürger“ ? Ein lautesSchwertgeklirr war die Antwort. „Und ihr wisst auch“, fuhr erfort, „dass wir uns mit zwölf jungen Männern zusammen aufmachten,10 nach Rom zu ziehen, weil wir mit eigenen Augen die Wunder derStadt schauen wollten.

Beschwerlich und gefährlich war die lange Reise. Freilich,solange wir durch deutsche Lande ritten und uns nur gegen Wölfeund Bären zu verteidigen hatten, war’s eine Freudenfahrt. Dies15 Schwert“ — und er hob sein eigenes hoch empor, so dass es hell imFlammenscheine aufblitzte, — „hat an manchem Tage auf fröhlicherJagd Bären- und Wolfsblut hiessen machen. Doch als wir überhimmelhohe Berge und an tiefen Schluchten und schroffen Felshängenvorbei den Weg nach Italien suchten, da haben wir stündlich dem20 Tode ins Auge geschaut. Und dann, als wir endlich das Gebirgeüberstiegen hatten, da lag wie ein grosser, blühender Garten dasLand vor uns.

In Italien ist ein ewiger Sommer, jahraus, jahrein. Kein Schneefällt vorn Himmel; kein eisiger Nordwind wütet in den Lüften; keine25 Frostriesen bauen die Winterbrücken über Strom und Bach. Ausfesten Steinen sind die Häuser gebaut. Die Bäume brechen fastunter der Last der süssesten Früchte. Und reich ist das Land überalle Massen. Seht her“! sprach er und schüttelte einen grossenHaufen Goldmünzen aus; „das alles hat mir ein Römer geschenkt,30 geschenkt dafür, dass ich in seinem Hause eine Stunde bei ihm ge-sessen und von den Wäldern und Gemarkungen unserer Heimaterzählt habe“.

Da sahen die Männer mit grossen Augen auf das hingestreuteGold, und einzelne Stücke gingen wohl von Hand zu Hand. Doch35 lautes Gelächter erscholl, als sie bedachten, wofür der Goldpreis be-zahlt worden war.

„Aber“, fuhr Friedigern fort, „so reich das Land ist und soschön es auch ist, so [falsch und tückisch sind die Menschen, diees bewohnen. Fragt mein Schwert, wie oft ich es gezogen habe,40 um Hinterlist und Verrat zu rächen! Die Menschen, die dort wohnen,sind nicht wert, dass die Sonne sie bescheint. Sie sind nicht wert,