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dass sie in dem schönen Garten und in den weissen Marmorpalästenwohnen. Lasst uns hinziehen nach Italien und das Land erobernund die tückischen, schlechten Menschen mit unsern Schwertern undLanzen bekriegen. Das ganze Land ist uns offen; denn es ist einschwächliches Geschlecht, das dort haust; Mut und Tapferkeit kennt 5es nicht. Seine Waffen sind Verschlagenheit und Falschheit“.
, Friedigern trat aus dem Kreise, und lauter Beifall ertönte.
Ein anderer trat vor und sprach: „Volksgenossen! Das Landunserer Ahnen wird uns zu eng. Unaufhaltsam wächst die Zahl
- unserer Männer, die es bewohnen wollen. Der Wald birgt nicht Ge- 10
) tier genug für uns zur Jagd und nicht lichte Stellen genug zu neuen
Gehöften. Ich meine, lasst uns Friedigern folgen. Lasst uns rüstenzu einer Heerfahrt nach Rom, und lasst uns das schöne Land mitall seinem Reichtum erwerben“. — Wieder erscholl Beifall.
Da trat ein dritter in den Kreis. „Lasst euch warnen! Lasst 15euch warnen“! sprach er. „Zieht nicht nach Rom! Es ist kein Landfür deutsche Männer. So tückisch, wie die Menschen, die es be-wohnen, so tückisch ist auch die Erde unter ihren Füssen. Sie bebtund speit Feuer, und seht meine Hände, wie sie zittern! So hatmich ein giftiges Fieber zugerichtet. Kaum vermag ich das Schwert 20zu schwingen, wie vor Zeiten. Hütet euch vor Rom und bleibet imLande unserer Väter“ !
Lange wurde noch beraten, doch endlich beschlossen, dass amTage nach dem nächsten Vollmondabend die Heerfahrt unternommenwerden sollte. 25
: Von Dorf zu Dorf wurde die Botschaft getragen. Und alles
; rüstete sich zur Reise nach Rom. Zurück blieben nur wenige.
Am Morgen nach dem nächsten Vollmondabend sammelte sichauf einem weiten Graslande am Flusse alles, was mitziehen wolltenach Rom. Kühe, Pferde, Wagen, Hausgerät, Waffen ohne Zahl 30, und Männer, Frauen, Kinder und Greise — alles zog mit.
Ein stundenlanger Zug war es, der dem Flusslauf stromauf folgte.
| Die Leute in den Ortschaften, durch welche sie zogen, schlössen
- sich ihnen an. So wuchs das Heer. Immer grösser wurde die Zahl
' derjenigen, die nach dem neuen Lande zogen. 35
Und als sie in das himmelhohe Gebirge kamen, das Deutschlandvon Italien trennt, da stürzte mancher Wagen in die Tiefe, undmanches Pferd wurde mitgerissen. Aber sie kamen doch hinüber.
Ein Schrecken kam über ganz Italien, als die Deutschen heranrückten.
' Römische Kriegsscharen wurden ihnen entgegengeschickt; doch kein 40
| Heer konnte ihnen standhalten. Siegreich und unaufhaltsam drangen
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