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Damals und noch viele Jahrhunderte lang galten die Häuserals Fahrhabe, nicht als Liegenschaften, und bei der Leichtigkeit,womit man sie abbrechen oder zerstören, wieder herstellen und bauenkonnte, begreifen wir diese Auffassung wohl.
5 Innerhalb des Hofraumes, den man sich grösser, als heute, vor-stellen muss, pflegte man einen Garten anzulegen, allerdings nichtzur Zierde, sondern um darin Kraut zu Gemüse, namentlich Kohl,vermutlich auch Zwiebeln zur Würze, Mangold zur Schweinemast unddas eine oder andere Heilkraut zu pflanzen. Um es aber vor den10 Haustieren und dem Wild sicher zu stellen, umgab man dieses Pflanz-land mit einer grünen Hecke oder auch mit einem geflochtenen Zaun.
Nachdem auch ein Stangenzaun um das ganze Heimwesen er-richtet war, hielt man mit Weib und Kind und Gesinde einenfeierlichen Einzug in die neue Behausung. Wie freuten sich be-15 sonders die Kinder, die Frauen und die Greise, dass sie wieder einschützendes Obdach hatten! Das Lagerleben und das Marschierenwar doch zu rauh gewesen, zumal im Frühling. Der Priester kamin jedes Haus und weihte es, indem er auf der Herdstatt das ersteFeuer anzündete, dessen Hauch vorn Boden auf bis zu den Rasen20 und dem Firstbalken stieg. Alsdann bereitete die Hausfrau daserste Essen aus dem, was sie noch an Vorrat hatte. Herrlich wird’snicht gewesen sein; aber man kann auch bei wenigem fröhlich sein,wie jeder weiss. Sicherlich aber wurde als Nachtisch ein Huhnaufgestellt, das man wegen dieses Anlasses das „Rauchhuhn“ nannte.25 Die ganze Festlichkeit hiess „Husräuki“, weil das Haus zum ersten-mal eingeräuchert ward. Wir haben dieses Wort für die Mahlzeit,die man nach dem Einzug in ein neues Haus gibt, bis auf unsereZeiten erhalten. Nach Johannes Meyer.
110. Schatzgräberei.
(Am Ende des 10. Jahrhunderts.)
(Aus „Ekkehard“.)
Audifax und Hadumoth, zwei Kinder, Leibeigene der Herzogin Had-30 wig auf dem Hohentwiel, hatten beim Hüten der Ziegen und Gänse schim-mernde, goldgelbe Kristalle gesunden und waren zu dem Glauben ge-kommen, im Gestein des Berges mussten viele Schätze verborgen sein.
Der Knabe erzählte heimlich dem Geistlichen der Burg, zu dem erZutrauen hatte, dem Mönche Ekkehard, was er gefunden, und bat ihn,35 ihm einen starken Zauberspruch zu sagen, mit dessen Hülfe er den Schatzfinden und sich aneignen könne.