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Band I.
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113. Ein Täter im Kreise der Seinen.

(Aus der Erzählung: „Der Knabe des Teil“.)

Wildes Gewölk flog über den Mond. Die landlosen Bäumekrachten; das Tosen eines zornigen Baches ward immer gewaltiger,und durch die Flühe donnerte der Föhn, der starke Sturm vorn Mittagher, der das Eis zerbricht, den Forst durchwühlt, den Schnee vonden Bergen löst, die Lawinen erzeugt und die Hütten der Hirtenvergräbt oder durch die Lüfte trägt.

Auf einem vorspringenden Hügel stand ein Haus, stattlich zurselben Zeit; grosse Bäume schirmten es im Sturme nach ihrem Ver-mögen, und noch manch schöner Baum stand an der Halde, die gegenden Bach sich senkte, dessen Brüllen immer wilder ward, als ob erwetteifern wollte mit dem Donner des Sturmes.

Unter einem der Bäume regte sich etwas. Der Mond, der einmalklar zu Tale sehen wollte, was Sturm und Bach machten, zerrissdas Gewölke; da sah er an einem Nussbaume einen Knaben stehen.Dieser kehrte dem Hause den Kücken und horchte scharf hinausins wilde Tosen von Wasser und Wind; besondere Töne schien ererspähen zu wollen mitten heraus aus der Elemente donnerndemAufruhr.

Plötzlich sprang er hinaus an der Halde Kand, bog sich hin-über, sprang ebenso rasch wieder zurück und barg sich hinter desBaumes mächtigem Stamm. Ein Mann kam raschen Schrittes denHügel herauf. Er war von hohem Wuchs, schlank und stark gebaut.Dicht am Baume ging er vorüber; den Knaben gewahrte er nicht.

Als der Mann oben beim Hause war, bellten und winseltenHunde fröhlich; die Tür ging auf; Stimmen wurden laut; der Knabeschlich sich zum Hause und mischte sich unter die Fröhlichen, dieden Mann begrüssten. Zwei andere Kinder, ein Knabe und einMädchen, hatten sich vorgedrängt. Unter der Türe stand eine Frau,die hatte leuchten wollen mit einem Kienspan; doch der Sturm hattedie Flamme ausgeblasen. Vorn Herde her, wo noch andere Gestaltensichtbar waren, kam spärliches Licht bis unter die Türe. „Geschwindkommt herein“! sagte die Frau; „Kinder, lasst den Vater frei! DerSturm heult so wild und sucht so gierig das Feuer am Herde“.

Drinnen sah man erst, wie stattlich der Mann war und wieschön die Frau. Der Mann war kaum vierzig Jahre alt; aber ernstund kühn sah er aus, und wenn er seine dunkeln Augen einem Men-schen ins Gesicht lodern liess, so gab es wenige, welche nicht zu-sammenzuckten, sondern die Blitze ertrugen. Mild und lieblich war

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