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binette und zugleich die Versammlungs- und Arbeitsplätzchen derFrauen des Hauses.
In dem obersten Stockwerke, in das die vorerwähnte Wendel-treppe schliesslich hinaufführte, war das Besuch- oder Prunkzimmer,welches man den Rittersaal zu nennen pflegte. Hier stand ein grossesKamin, und an den Wänden waren die Panzer, Schilde und Helmeaufgehängt oder hingestellt. In diesem Saale, dessen Fenster mitbunten Glasscheiben geschmückt waren, wurden denn auch die Mahl-zeiten und Gelage gehalten.
Über dem Saale sass der Wächter auf der Warte und schautevon den Zinnen rings in die Umgebung zu froher Ankündigungannähernder Gäste oder zu weckendem Aufruf bei dem Erscheinenverdächtiger, Gefahr drohender Haufen.
So waren die meisten Burgen und Burgtürme beschaffen, dieaus dem vierzehnten und fünfzehnten Jahrhundert stammen. Anihnen wurde schon mehr Regelmässigkeit wahrgenommen, als anden frühern, also ältern Gebäuden dieser Art, die ihr Dasein ausdem tiefsten Mittelalter herleiten. Es ist freilich hier nur die Redegewesen von den Wohnstätten des niedern Adels, der sich in grosserZahl über die helvetischen Gaue verbreitete.
Nach Markus Lutz von P. A. Sdimid
1845 .
ii 7. Die Landsgemeinde von Obwaiden.
In Obwaiden, dem lieblichen, grünen Tale, übt das Volk, gleichwie in Nidwalden, in Uri, Glarus und den beiden Appenzell, dieihm zustehende höchste Gewalt an der Landsgemeinde aus, die jedesJahr am letzten Sonntag im April auf dem Landenberg, einem Hügel25 bei Samen, sich versammelt in treuer Erinnerung an die Tage, daim Kampfe mit Österreich die Freiheit wiedergewonnen wurde.
Erst seit 1646 wird die Landsgemeinde auf dem Landenbergabgehalten, «wo vor Zeiten das Schloss gestanden», das der Über-lieferung nach am Weihnachtstage des Jahres 1307 von dem be-;jq drängten Volke eingenommen und zerstört worden ist. Im Herbst1895 fand man hier in der Tat bei Erdarbeiten unter Schutt dieMauerreste einer alten, umfangreichen, durch Feuer zerstörten Burg, 1und die Sage hat so eine unerwartete Bestätigung erhalten.
Der Landenberg bietet einen reizenden Blick auf das ganze35 freundliche Gelände vorn Pilatus und Stanserhorn bis hinauf gegen
1 Siehe im «Anzeiger für schweizer. Altertumskunde» 1896 Nr. 1 u. 2 Dr. RobertDurrers Aufsatz.