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Band I.
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leuchtete, indem er auf einer frisch betauten, funkelgrünen Wald-wiese stand. Es war ein so starker Farbenschimmer, wie man ihnnur wenige Male im Leben sieht und dann fast immer im Gedächtnisbehält. Da die Erscheinung ziemlich nahe aufglühte, sah man links5 und rechts ein paar schlanke Birken oder Eschenbäumchen sich ab-heben und deren Kronen in dem bunten Glänze verfliessen.

„Seht doch, welch ein schöner Regenbogen“! rief sie und wecktedamit die Kinder aus ihrem Brüten. Sie guckten auf und stauntendie Pracht mit grossen Augen an, die darüber trocken wurden.

10 „Die haben’s dort jetzt besser als wir, wenn das Märchen wahrist“! rief sie wieder.

„Wer denn? Wer denn“? riefen die Kinder.

„Nun, die kleinen Leutchen aus dem Berge! Habt ihr nochnichts davon gehört? Die Erdmännchen und -Weibchen, die so alt15 werden, dass sie eine kleine Unsterblichkeit auf ihren Buckelchenhaben, natürlich nur im Verhältnis; denn sie sind nicht grösser, alsein mittlerer Finger. So um tausend Jahre herum sollen sie altwerden. Wenn sie nun merken, dass ihr Geschlecht ausstirbt in einerGegend, so kommen die letzten hundert Leutchen in den besten Feier-20 kleidern zusammen und halten ihren ewigen Abschiedsschmaus untereinem Regenbogen oder vielmehr im Erdgeschoss desselben, das einwahrer Zaubersaal ist. Seht nur, ihr könnt’s von aussen merken,wie das inwendig in allen Farben glitzern muss! Auch noch auseinem andern Grunde sollen sie einen solchen Abschied feiern; näm-25 lieh wenn das grosse Volk im Lande anfängt auszuarten und dummund schlecht zu werden und die gescheiten Leutl'ein unten ein be-trübtes Ende voraussehen, dann beschlossen sie, auszuwandern unddem Ende aus dem Wege zu gehen. Auch dann kommen sie in vielenRegenbogen zusammen und sind noch ein Stündchen vergnügt. Sei80 dem, wie ihm wolle, so weiss ich nicht, welchen Anlass wir hier voruns haben. Es wird sich wohl um ein Aussterben handeln, und dasind es, wie gesagt, höchstens hundert Männlein und ihre Frauen,die dort sind.

Den ganzen Tag haben sie in ihren Felsstuben, im Waldesdickicht35 und an den verborgenen Bach quellen gebacken und gebraten undgebraut und alles Gute vorausgeschickt, und nun sind sie hinein-spaziert, jedes sein goldenes Schüsselchen in einem seidenen Säckleinmit einem Quästlein auf dem Rücken tragend, für uns nicht grösser,als ein alter Batzen, für die Zwerglein aber ein gehöriger Teller.40 Lange Tische sind mit dem feinsten Tuche bedeckt, das über einigeDachschindeln gespannt ist. Da ziehen sie in feierlichem Zuge herum.