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Band I.
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eine solche Person sich in der Fremde noch glücklich verheiratenkonnte bei einem jüngeren Geschlechte“.

Hier schwieg Frau Marie Kalander; die Kinder verhielten sichnoch ein Weilchen still und schauten dem Märchen nach, das wie5 der Regenbogen verduftete. Kaum sahen sie noch das letzte Fräuleinmit Stab und Schüssel eben in Gras und Ackerfurchen dahinziehen.

Gottfried Keller.

1819—1890.

134. Die schuldige Hand.

(Aus den „Hesperiden“.)

„Mutter, darf ich“? fragte das Kind, und dabei stellte es sichauf die Zehen und tauchte die ganze rechte Hand in das Apfelmus.„Willst du die Hand davon lassen, Naschkatze“! Aber das Kind10 leckte die Fingerchen ab, und dann griff es wieder in den Teller,und als die Mutter es vorn Tische forthob, zappelte es mit denBeinen und schrie: „Dumme Mutter! Dumme Mutter“! Und wiees wieder auf den Beinen stand, ballte es die Faust und schlug sieins Gesicht. — Das Kind hatte seine Mutter geschlagen!

15 „Gott wird dich strafen“, sagte die Mutter traurig und liessdas Kind stehen.

Als es nun schlafen ging, gab ihm die Mutter keinen Kuss.

„Küss mich doch, Mutter“, sprach es; „sonst kann ich nichtschlafen“. Aber die Mutter sagte kein Wort und ging wieder in20 die Stube.

Das Kind schlief auch ohne Kuss. Aber mitten in der Nachtwachte es auf und sah den Mond in die Kammer scheinen, und dasMondlicht fiel gerade vor ihm auf die Bettdecke. Da nahm es denrechten Arm heraus und wollte hingreifen; mit einemmal sah es,25 dass es gar keine Hand mehr daran hatte.

Darüber erschrak das Kind und dachte: „Ob die Hand wohlhinuntergefallen ist“ ? Es blickte über den Bettrand auf den Boden;dort lag etwas. Das Kind schob die Bettdecke zurück und stiegim Hemdehen aus dem Bette; aber es war nichts weiter als einer30 von seinen weissen Strümpfen, der vorn Stuhle gefallen war.

Darauf blickte es nach dem Fenster, und es dünkte ihm sonder-bar, dass dies offen stand. Wie es nun hinging, sah es drausseneine Hand hängen. Da kletterte das Kind auf das Fenstergesimsund griff nach der Hand; es war aber wieder nur ein Handschuh,