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Band I.
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wollte nicht; aber der Glarner liess ihm nicht Ruhe, bis er barm-herzig wurde und sagte: «So viel will ich dir noch gewähren, alsdu mich auf deinem Rücken bergan trägst». Da fasste ihn derrechtschaffene Sennhirt von Glarus und kam noch ein Stück Felsen5 hinauf, und manche Tritte gelangen ihm noch; aber plötzlich ver-siegte ihm der Atem, und tot sank er zu Boden.

In Uri war grosse Freude, dass sie den ganzen Urnerboden,diese prächtige Alp von anderthalb Stunden Länge, gewonnenhatten. Aber auch die Glarner gaben ihrem Hirten die verdiente10 Ehre und bewahren seine Treue in steter Erinnerung.

Noch heutigentags wird das Grenzbächlein gezeigt, bis zuwelchem der einsinkende Glarner den Urner getragen habe; inalten Schriften heisst es « Ursinbach », jetzt « Scheidbächli ». Einesteinerne Brücke mit einem stattlichen Grenzstein erhebt sich jetzt,15 wo früher ein bescheidenes Holzbrücklein und ein einfaches « Gatter»,das « UrnertÜrli », Standen. Bearbeitung von P. A. Schmid.

140. Die alten Eidgenossen ziehen aus zur Schlacht.

(Aus der Erzählung: „Der Knabe des Teil“.)

Am 14. November 1315 früh sah man aus dem Nebel, der auf demSee lag, ein Schifflein gen Flüelen eilen. Zwei Männer trieben denleichten Kahn; der eine trug die Farbe von Schwyz. Noch ehe das20 Schifflein landete, wusste man die Botschaft, kannte man den Boten,der zum Zuzug zu mahnen kam. Rasche Knaben liefen nach Altdorf;alsbald ertönte das gewaltige Schlachthorn der Urner von Hügelzu Hügel; von Dorf zu Dorf, von Weiler zu Weiler gaben kleineHörner das Signal weiter. In wunderbarer Schnelle war Mahnung25 in allen Tälern, soweit Menschen wohnen.

Nun gab’s ein Regen und Leben allerwärts; mit fliegendenHänden rüstete und schmückte sich jeder; die Hausfrau bereiteteSpeise, legte Vorrat zurecht, Käse und gedörrtes Fleisch; aber garmancher hatte weder Zeit zum Essen, noch wartete er auf die mit-30 zunehmende Speise. Er griff zur Waffe und stürzte fort, fort, alssei der Feind an des eigenen Landes Marken, am Fusse des Hügels,auf welchem sein Haus stand.

Der schauerliche Ton des Uristiers hatte auch in Bürglen dieBewohner ergriffen, mit wunderbarer Gewalt jeden aufgeschnellt.35 Bloss Teil und seine Frau bewahrten besonnene Ruhe, hielten in denSchranken die Zucht, die auflodernde Hast der übrigen. Teil ordnete,