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212. g. Tiere und Pflanzen der Insel.
Den 27. März.
Heute zog es mich in den Bergwald. Der elfjährige Luiz Albertowurde mir als Begleiter mitgegeben. Der Kleine ist ein guter Führer;die Bäume und Blumen seiner Insel sind ihm alle wohlbekannt.
5 Zuerst kletterten wir eine steile, pflanzenlose Schlucht empor; dannkamen wir in einen prächtigen Wald von 20—25 Meter hohenMyrten, die nur auf dieser Insel vorkommen. In den Baumkronenfängt es an zu zwitschern; „trrr“! klingt es plötzlich über mir;„trrr, trrr“! klingt es neckend von allen Seiten; „es sind Toritos“,10 sagte Alberto; die kleinen Schelme fliegen uns nach; es sind kleine,graue Vögelchen, kaum grösser als ein Zaunkönig; eines spreiztevor lauter Aufregung die Federchen so empor, dass sie ein Krön-chen auf dem niedlichen Kopfe bildeten. Zu den Toritos geselltensich einige Kolibri, die reizendsten Geschöpfe der Tropen; sie15 schimmern braun mit goldenem Kopfe und grau mit funkelnden,grünen Federn und guckten alle so zutraulich, spöttisch herab aufdas schwerfällige Menschenkind, dass ich laut auflachen musste.„Trrr, trrr“! flogen sie entsetzt davon, waren aber sofort wieder da.
Nun sind wir auf einer Lichtung angelangt. Vor mir ragt der20 Yungue empor, und hinter mir lacht das blaue Meer. Wie schönund rein ist die Luft! Wie weich und liebkosend umgibt sie mich!Und doch empfinde ich ungeachtet der Steigung keine Hitze. Ge-segnetes Klima, das keinen Wechsel der Jahreszeiten kennt! Nureine grössere Regenfülle im Mai, Juni, Juli und August zeigt den25 Winter an.
Die Felsen erstrahlen in ockergelber und rötlichbrauner Farbe,und wie mattes Gold leuchten die spärlichen, gelben Grasflecke,die Weide der wenigen wilden Ziegen, der letzten ungezählterHerden. Beutegierige Menschenhand hat ein grausam Morden ange-30 stellt unter den flinkfüssigen Bewohnern jener jähen Klippen, hatauch die harmlosen, schönäugigen Seehunde ausgerottet, die imJahr 1726 noch in solcher Menge sich auf der Insel sonnten, dassman sich mit Gewalt einen Weg durch sie zum Gehen bahnenmusste.
35 Morgen zieht die Jungmannschaft der Insel auf den Fang derschmackhaften Langusten oder scherenlosen Hummer aus, an denensich schon Selkirk ergötzte. Auch diese fangen an, spärlicher zuwerden; das Dampferchen „Fortuna“ muss die Boote meist auf dieunbewohnte Seite der Insel ziehen, und unvernünftige Geldgier wird40 wohl bald auch die Hummer verschwinden lassen, die jetzt noch