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Band I.
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Ich mache noch einige Besuche in der Kolonie. Als solcheexistiert Juan Fernandez seit dem 31. März 1898. Sie ist Fischer-Kolonie, und jeder Kolonist, der eine Familie hat und das Gewerbe derFischerei kennt, bekommt freie Fahrt nach der Insel, ein ungefähr5 zwei Hektaren grosses Stück Land und 16 eiserne, galvanisiertePlatten, um ein Dach an seinem Häuschen herzustellen. Für jeden über14 Jahre alten Sohn bekommt er eine halbe Hektare Landes mehr.

So lange jedoch die Verbindungen mit dem Festlande so seltenund ausschliesslich im Besitze derLangusten-Konserven-Fabriken sind,10 kann man ungeachtet dieser Vorteile Europamüde nicht wohl er-mutigen, ihr Glück hier zu suchen.

Die Kolonie zählt gegenwärtig 22 Familien mit 122 Personen;von den Familien sind ihrer Nationalität nach; Chilenen 13, Italie-ner 2, Deutsche 2, Portugiesen 1, Engländer 1, Franzosen 1, Russen15 1, Schweizer 1.

Das sind allerdings nicht viele Bewohner auf 90 Quadratkilo-metern, auf einem Raume von der doppelten Grösse des ThunerSees, da die Länge der Insel 22 km und die grösste Breite fast8 km beträgt’; aber ein Teil derselben ist bergig und unfruchtbar.20 Als mein Vetter im Jahr 1877 seinen Pachtvertrag antrat, gabes ausser dem Hause der alten Gouverneure nur zwei andere Häuser;jetzt sind deren einundvierzig, die beiden Fabriken eingerechnet.

Seit neun Jahren ist mein Vetter Gouverneur der Insel, zu-gleich Postmeister, Hafenkapitän und Vorsteher einer meteorologi-25 sehen Station. Neu sind ein Zivilstandsamt und eine Schule.

In letztere lenkte ich meine Schritte und freute mich des nied-lichen Häuschens und des wohlbepflanzten Gartens. Zwanzig Kinderim Alter von 6 bis 15 Jahren werden durch Senor 1 Latuz in dieAnfangsgründe des Wissens eingeweiht und zwar täglich während30 4 Stunden. Schulzwang herrscht keiner; der Unterricht ist frei.Daneben erteilt der Lehrer den grösseren Knaben noch 2 Stundentäglich Unterricht im Schnitzen. Da stehen eine prächtige Hobel-- bank und ein ganzer Schrank voll guter Instrumente, und aus denschönen Hölzern der Insel lässt sich manch hübscher Gegenstand35 herstellen. Da werden Tische verfertigt, Kästchen, Bilderrahmen,Lineale, Löffel usw., und die Knaben zeigen mit Freuden das Werkihrer Hände.

Arzt gibt es auf der Insel keinen und übrigens auch keineKrankheiten. Für kleine Leiden und allfällige Schrammen weiss40 Senor Latuz mit Rat und Tat zu helfen.

1 Senor, spanisch, — Herr, Gebieter; sprich Senjör mit scharfem S.