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Aber in Maxens Hand zeigt die Feder noch andere Untugenden.Sie will absolut nie rechtzeitig anfangen und hält es selten längerals eine Viertelstunde aus. So soll Max regelmässig vorn Samstagauf den Montag ein Aufsätzchen ausarbeiten. Aber ebenso regel-5 mässig bleibt die störrische Feder den ganzen Samstag nachmittagruhig in ihrer Schachtel liegen; oft rührt sie sich auch am Sonntagnicht vorn Fleck und pfuscht dann erst am Montag eine Stundevor dem Schulanfang noch rasch etwas ins Heft, das dann einemAufsatz gleichen sollte.
10 So kommt es, dass der arme Max seinen Aufsatz seltenrechtzeitig abgibt. Sein Heft ist regelmässig beschmutzt; seineArbeiten sind voll Fehler; denn auch mit der Orthographie nimmt’sdie Feder nicht genau, und infolgedessen weist Maxens Zeugnis-büchlein lauter schlechte Noten in Fleiss und Leistungen auf. Und15 das alles um einer störrischen Feder willen. Ist das nicht traurig?Armer Max! joh. Aegier.
225. Dresch- und andere Flegel.
(Aus .Märchen, Sagen und Bilder“.)
IVrrrrrr . . . surrt es nebenan. Eine Dreschmaschine verursacht' das Geräusch. Ununterbrochen, den ganzen Tag währt das Ge-surre, dass es einem durch Mark und Bein geht und man unwillkür-lich die Zähne aufeinanderbeisst und den Mund grinsend verzieht,ao Da war’s doch anders, als der Flegel noch den Ton angab unduns zur Herbstzeit an den nahenden Winter gemahnte. Freilich nurso zu zweien war’s auch nicht gerade kurzweilig. Schon besserging’s zu dreien: „Drei recht schlecht; drei lingg flingg“! Nochbesser zu vieren: „Wege dir bini da; wege dir bini da“! — oder26 gar zu sechsen: „Katz het Suppe glappet; Hund het denne gwäsche“!Es lag in dieser Art des Dreschens ein Stück Poesie, das, wiemanches andere, mit der Einführung der Maschine unwiderruflichverloren gegangen ist. Die neue Zeit hat den Flegel verdrängt undihn in die Rumpelkammer verwiesen, von wo ihn vielleicht im30 nächsten Jahrhundert ein Raritätensammler wieder hervorholt zurBelustigung einer spätern, fortgeschritteneren Generation.
Übrigens ganz aussterben wird das Geschlecht der Flegel niemals.Ich denke hiebe an jene besondere Art von Zweibeinern, denenihre Kappe an den Haaren angewachsen ist oder die Spatzen unter35 dem Hute bergen.