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Band I.
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handelt. Weiter ist da ein Herrchen, Carlo Nobis, welcher sehranmassend scheint und zwischen zwei Knaben sitzt, zu denen ichgrosse Zuneigung habe. Der eine, der Sohn eines Schmiedes,steckt in einer Jacke, die ihm bis auf die Knie reicht; er ist einwenig bleich, so dass er immer krank zu sein scheint, hat immer 5ein erschrockenes Aussehen und lacht nie, und der andere hat roteHaare und einen lahmen Arm, den er immer am Halse aufgehängthat. Sein Vater ist nach Amerika gegangen, und seine Mutter hau-siert mit Gemüse. Ein kurioser Kauz ist mein Nachbar zur Linken,Stardi, klein und dick, fast ohne Hals, ein Murrkopf, der mit niemand 10spricht. Es scheint, dass er wenig verstehe; aber er ist immer aufden Lehrer aufmerksam, ohne mit den Augen zu zwinkern, mit ge-falteter Stirn und zusammengebissenen Zähnen, und wenn ihn eineretwas fragt, während der Lehrer spricht, so antwortet er das erste-und zweitemal nicht, und das drittemal gibt er einen Fusstritt. Zu 15seiner Seite ist einer mit unverschämtem Gesicht, der Franti heisstund schon aus einer andern Abteilung ausgestossen worden ist. ZweiBrüder sind da, gleich gekleidet, die sich gleichen, wie ein Ei demandern, und die beide den mit einer Fasanenfeder geschmückten Hutnach kalabresischer Art tragen. Aber der schönste von allen, der- 20jenige, der am meisten Talent hat, welcher sicher auch dieses Jahrwieder der Erste sein wird, ist Derossi, und der Lehrer, der dasschon gemerkt hat, fragt ihn häufig. Ich mag auch Precossi gut lei-den, den Sohn des Schmiedes, denjenigen mit der langen Jacke,welcher immer kränklich scheint; sie sagen, sein Vater schlage ihn; 25er ist sehr schüchtern, und jedesmal, wenn er einen etwas fragtoder berührt, so sagt er: „Entschuldige mich“! und betrachtet unsmit guten und traurigen Augen. Aber Garrone ist der Grösste undBeste. Mdmondo de Amieis.

-8K 1846—1908.

233. Auf der Strasse.

_emrich, ich beobachtete dich vorn Fenster aus, als du diesen 30

Abend nach Hause zurückkamst; du hast eine Frau gestossen.Gib besser acht, wie du auf der Strasse gehst. Auch dort gibt esPflichten. Wenn du deine Schritte und deine Bewegungen in einemPrivathause abmissest, warum solltest du nicht das gleiche auf derStrasse tun, die das Haus aller ist? Denke daran, Heinrich! Jedes- 35mal, wenn du einen hinfälligen Greis, einen Armen, eine Frau miteinem Kinde auf dem Arme, einen Krüppel mit Krücken, einen

Schmid, Lesebuch I. 2. Auti.

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