4. Wo die Traube reift, wo die Mandel blüht,
Wo des Mädchens schwarzbraunes Auge glüht,
Wo nimmer die Schneeflocke fällt, —
Helvetiens Mannen, dahin, dahin,
In die gallischen Gaue laßt uns ziehn!
Dem Starken gehört die Welt!"
ö. Die trutzigen Mannen jubelten wild,
Und jeder schlug mit dem Schwert an den Schild,
Daß es laut am Fels widerhallt'.
Der Kriegszug ward beschlossen im Ring.
Ein Rauschen, >vie Geisterflüstern, gingDurch die heiligen Eichen im Wald.
6. „Zwei volle Jahre geb' ich euch Frist,
Bis alles zur Reise bereitet ist;
Zwei Jahre noch wollen wir harren.
Zivei volle Jahre noch habt ihr Zeit,
Zu bauen das Korn, zu wirken das Kleid,
Aus Joch zu gewöhnen die Farren.
7. Und ist dann alles zur Fahrt bestellt,
So stürzen wir jäh auf das gallische Feld,
Wie der Strom, der den Damm gebrochen,
Wie die Lawine jäh zu Tale geht,
Wann der Südsturm über den Gletscher iveht."
So hatte der Häuptling gesprochen.
II.
1. Und wiederum standen die Mannen im Ring,Berufen, zu halten ein Blutgething,
Ein Thing auf Leben und Sterben.
Und wiederum stand OrgetorixIn Ringes Mitte so finstern Blicks;
Es ging um Leben und Sterben.
2. „Und glaubt ihr mich schuldig, was mir so fern,Ich woll' mich erschwingen zu euerm Herrn
Und woll' euch machen zu Knechten,
Und liehet ihr dem Verleumder das Ohr,
Und >venn ich euer Vertrauen verlor,
So will ich mit euch nicht rechten.
3. Zieht ohne mich fort ins gallische Land,
Den Rhodan hinunter zum Meeresstrand;
Ein anderer mag euch weisen;
Doch daß ihr mit Unrecht mir gegrollt,