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Band I.
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276. Sage über die erste Besiedlung der Waldstätte.

(Aus „Wilhelm Xeü", II. Aufzug, 2. Austritt.)

dort, was die alten Hirten sich erzählen:

Es war ein großes Volk hinten im LandeNach Mitternacht; das litt von schwerer Teurung.

In dieser Not beschloß die Landsgemeinde,

6 Daß je der zehnte Bürger nach dem LosDer Vater Land verlasse. Das geschah.

Und zogen aus wehklagend, Männer und Weiber,

Ein großer Heerzug nach der Mittagssonne,

Mit dem Schwert sich schlagend durch das deutsche Land10 Bis an das Hochland dieser Waldgebirge.

Und eher nicht ermüdete der Zug,

Bis daß sie kamen in das wilde Tal,

Wo jetzt die Muotta zwischen Wiesen rinnt.

Nicht Menschenspuren waren hier zu sehen;

15 Nur eine Hütte stand am Ufer einsam.

Da saß ein Mann und wartete der Fähre.

Doch heftig wogete der See und warNicht fahrbar; da besahen sie das LandSich näher und gewahrten schöne Fülle20 Des Holzes und entdeckten gute BrunnenUnd meinten, sich im lieben VaterlandZu ftnden. Da beschlossen sie zu bleiben,

Erbaueten den alten Flecken SchwyzUnd hatten manchen sauren Tag, den Wald25 Mit weitverschlungnen Wurzeln auszuroden.

Drauf, als der Boden nicht mehr Gnügen tatDer Zahl des Volks, da zogen sie hinüberZum schwarzen Berg/ ja bis aus Weißland 2 hin,

Wo, hinter ew'gem Eiseswall verborgen,

30 Ein andres Volk in andern Zungen spricht.

Den Flecken Staus erbauten sie am Kernwald,

Den Flecken Altdorf in dem Tal der Reuß.

Doch blieben sie des Ursprungs stets gedenk;

Aus all den fremden Stämmen, die seitdem35 In Mitte ihres Lands sich angesiedelt,

Finden die Schwyzer Männer sich heraus.

Es gibt das Herz, das Blut sich zu erkennen.

Friedrich Schiller.1759-1805.

* Der schwarze (weil waldige) Berg: Brauneck, Brünig.

* Weißland: Das Oberhasli, so genannt wegen seinen Gletschern undSchneeseldern.