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Band I.
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278. Sankt Fridolin.

(Aus dem „Trompeter von Säckingen.")

(Um 520 nach Chr.)

dem Jura stieg herniederFridolin; er sah die TrümmerVon Augusta Rauracormn,

Römermauern; noch entragten5 Aus dem Schutt des grünen Tals dieSäulen des Serapistempels.

Fridolin sah's und bekreuzt' sichUnd schritt roeiter, schritt rheinaufwärtsFreudig ob des jungen Stroines.

10 Abend war's; schon manche MeileWar der fromme Mann gewandert;

Da erschaut er, wie der Rhein inZweigeteiltem Lauf einherfloß,

Und in grüner Flut lag grüßend15 Vor ihm da ein kleines Eiland.

Abend war's; die Lerchen sangen;Schnalzend sprang der Fisch im Strom aus,Und in Fridolini HerzenZttckte dankbar fromme Freude.

20 Betend sank er in die Kniee;

Denn er kannt' die Insel, die erLängst im Traume schon ersehen,

Und er pries den Herrn im Himmel.

Mit Kopfschütteln fuhr den fremden25 Mann auf rohgefügtem TannfloßDort ein wilder Schiffer über.

Rauh die Insel: Lind' und ErleWucherten im sumpf'gen Grunde,

Und am kieselreichen Ufer30 Standen alte Weidenbäume,

Standen wenig' Strohdachhütten.

Unverdrossen ging der Heil'gcAn sein Werk. Bald stand ein BlockhausFestgezimmert in dem Grunde,

35 Vor dem Haus der Stamm des Kreuzes.Und wenn abendlich sein GlöckleinWeithin klang: Ave Maria!

Und er betend kniet' am Kreuze,

Schaute mancher aus dem Rheintal40 Scheu hinüber nach der Insel.