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Band I.
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19. Und trifft den Schnaubenden so gut,Dicht an des Nackens Rande;

Da spritzt zum Himmel schwarzes Blut;Das Haupt stürzt hin zum Sande.

20. Des Volkes Jubel darauf fülltRingsum die weiten Schranken;Empor ihn hebend auf dem Schild,Zeigt ihn der Frank' dem Franken.

21. Als König grüßt ihn alle Welt;Die Spötter müssen schweigenUnd ihm, der Leu und Ur gefällt,Demütiglich sich neigen.

Baur.

282. Die Glocken des Kaisers Karolus.

(Aus den „Glockenliedern".)

ndlich war der Sieg errungen,Sachsen auf die Knie gezwungen.Kirchen wuchsen ringsumher.

Doch die Kirchen standen leer.

2. Sprach zu sich Karolus: „GlockenSollen diese Wilden locken,

Daß der schmeichlerische KlangSie verführt zum Kirchengang".

7. Nicht mitGlocken, sondernTreichelnMuß man ihren Ohren schmeicheln.Denn je greulicher es wär',

Desto freut sie's um so mehr".

8. „Ewald, hast du das vernommen" ?Rief Karolus. „Ja, vollkommen".Etwas Heimliches im Sinn,

Lief er weg zum Jäger hin.

3. Als er dies sich vorgenommen,Ließ er Meister Ewald kommen,Dem im heiligen römischen ReichKam an Kunst kein andrer gleich.

4. Dieser schuf ihm ein GeläuteAlso lieblich, daß die LeuteMeinten: „NachtigallenherzBäckt er in das strenge Erz".

5. Konnte doch die trotzigen MannenNicht damit zur Stelle bannen.Zwar sie lugten aus dem Wald,Aber frech und spöttisch halt.

9. „Wölfe schieße mir in Eile,Büffel, Bären mit dem Pfeile!Haut und alles laß ich dir;

Nur die Lebern lief're mir" !

10. Als der Jäger wiederkehrte,Ihm zu bringen das Begehrte,

Buk ins brodelnde Metall

Er die wilden Lebern all.

11. Achtet, ob die neue KundeNun den Spöttern besser munde!Hing die Glocken auf den Turin;Dann befahl er: „Läutet Sturm"!

6. „Gütiger Herr, gestrenger Kaiser,Ist erlaubt ein Unterweiser"?

Fragte Herzog Wittekind.

„Wisse, wie die Sachsen sind:

12. Hu! Da grunzten also gräßlichSeine Treicheln und so häßlich,

Daß die Christenheit entflohUnd Karolus ebenso.

13. Sieh, welch Wunder! Wüste MassenSachsen stürmten durch die Gassen,

Jauchzten, sprangen schier wie toll,

Füllten alle Kirchen voll. Karl Spittcler.

1845.