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23. „Die Dame hat nach meinem
Sinn
Den besten Diener der Welt.
Sie ist wohl Bettlerkönigin,
Die offne Tafel hält.
24. So edle Dame darf nicht fernVon meinem Hofe sein;
Wohlauf, drei Damen, auf, drei Herrn,Führt sie zu mir herein"!
25. Klein Roland trägt den Becher .
flink
Hinaus zum Prunkgemach;
Drei Damen auf des Königs Wink,Drei Ritter folgen nach.
26. Es stund nur an eine kleine
Weil'
(Der König schaut in die Fern'),
Da kehren schon zurück mit EilDie Damen und die Herrn.
27. Der König ruft mit einemmal:„Hilf, Himmel! Seh' ich recht?
Ich hab' verspottet im offnen SaalMein eigenes Geschlecht.
28. Hilf, Himmel! Schwester Berta,
bleich,
Im grauen Pilgergewand!
Hilf, Himmel! In meinem Prunksaalreich
Den Bettelstab in der Hand"!
285. Roland
1. Der König Karl saß einst zuTisch
Zu Aachen mit den Fürsten;
Man stellte Wildbret auf und FischUnd ließ auch keinen dürsten.
Viel Goldgeschirr von klarem Schein,Manch roten, grünen EdelsteinSah man im Saale leuchten.
29. Frau Berta fällt zu Füßen
ihm,
Das bleiche Frauenbild.
Da regt sich plötzlich der alte Grimm;Er blickt sie an so wild.
30. Frau Berta senkt die Augen
schnell;
Kein Wort zu reden sich traut.Klein Roland hebt die Augen hell;Den Öhm begrüßt er laut.
31. Da spricht der König in mildem
Ton:
„Steh auf, du Schwester mein!
Um diesen deinen lieben SohnSoll dir verziehen sein".
32. Frau Berta hebt sich freude-
voll :
„Lieb Bruder mein, wohlan!
Klein Roland dir vergelten soll,Was du mir Guts getan.
33. Soll werden seinem König
gleich
Ein hohes Heldenbild,
Soll führen die Färb' von manchemReich
In seinem Banner und Schild.
34. Soll greifen in manches Königs
Tisch
Mit seiner freien Hand,
Soll bringen zu Heil und Ehre frischSein seufzend Mutterland" !
Lud. Uhland.
E, 1787—1862.
Schildträger.
2. Da sprach Herr Karl, der starkeHeld:
„Was soll der eitle Schimmer?
Das beste Kleinod dieser Welt,
Das fehlet uns noch immer.
Dies Kleinod, hell, wie Sonnenschein,Ein Riese trägt's im Schilde seinTief im Ardennerwalde".