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Band I.
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286. Habsburgs Mauern.

tUins Jahr 1020.)

Aargau steht ein hohes

Schloß;

Bvm Tal erreicht es kein Geschoß.Wer hat's erbaut,

Das wie aus Wolken niederschaut?

2. Der Bischof Werner gab das

Geld;

Graf Radbot hat sie hingestelltKlein aber fest

Die Habichtsburg, das Felsennest.

3. Der Bischof kam und sah den

Bau;

Erst schüttelt er der Locken Grau,Und dann er spricht:

„Die Burg hat Wall und Mauern

nicht«!

4. Versetzt der Graf: „Was macht

das aus!

In Straßburg steht ein Gotteshaus;Das bautest du,

Doch Wall und Mauern nicht dazu«.

5. „Das Münster baut' ich Gott

dem Herrn;

Dem bleiben die Zerstörer fern ;

Vor Feindessturm

Beschützt ein Schloß nur Wall und

Turm«.

6. „Wohl hast du recht, ich räum'

es ein;

Ja, Wall und Mauern müssen sein;Gib morgen acht!

Ich baue sie in einer Nacht«.

7. Und Boten schickt der Graf

ins Tal.

Die Mannen nahn im Morgenstrahl,Und scharenweis

Umstellen sie die Burg im Kreis.

8. Frohlockend stößt ins Horn der

Gras

Und weckt den Bruder aus dem

Schlaf:

„Die Mauern stehn!

Wer hat so schnellen Bau gesehn« ?

9. Das Wunder dünkt den Bischof

fremd;

Zum Erker springt er hin im Hemd

Und sieht gereiht

Der Krieger viel im Eisenkleid.

10. Mit blankem Schilde Mann

an Mann

Steht mauergleich des Grafen Bann,

Und hoch zu Roß

Hebt mancher Turm sich aus dem

Troß.

11. Da spricht der Bischof:

„Sicherlich,

An solche Mauern halte dich!

Nichts ist so fest,

Als Treue, die nicht von dir läßt.

12. So schütze Habsburg fort und

fort

Lebend'ger Mauern starker Hort,

Und herrlich schaun

Wird's über all die weiten Gaun«.

Karl Simrock.1802—1876.