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287. Wickher.
(1096—1099.)
Mern von des Rheines HeimatstrandZog ins gelobte heilige LandMit Gottfried Bouillon schlecht und rechtWickher, ein deutscher Lanzenknecht.
5 Durch Palästinas Berg und Tale
Ward's manchem heiß im Sonnenstrahle;Die Rüstung, die der Recke trug,
Drückt' ihn und seinen Gaul genug.
Da dacht' er an den grünen Rhein10 Und seinen kühlen, goldnen Wein;
Und wie er dachte, wie er träumte,
Kam's, daß er hinter dem Zuge säumte.
Er sprach: „Die Hitze drückt zu sehr;
Zur Nachtzeit hol' ich ein das Heer"!
15 Und legte sich in die hohle Heide;
Das Pferd erlabt sich auf der Weide.
Doch will ihn kaum der Schlaf umhüllen,Da störet ihn ein furchtbar Brüllen,
Und sieh, es stürzt ein mächtig Tier20 Aufs Rößlein aus dem Waldrevier.
Der wackre Deutsche war nicht faul;
Er liebte seinen treuen Gaul,
War gleich bereit, mit Schild und SchwertZu kämpfen für das treue Pferd.
25 Kaum sieht das Tier den kecken Mann,
Läßt es das Roß und fällt ihn an.
Da sieht er wehn die langen Mähnen,Dazwischen den weiten Rachen gähnen;
Die Augen blitzen, wie Feuer hell;
30 Der Leib ist stark, die Füße schnell;
Es springt an den Schild mit Krallentatze.„Ei", rief der Knecht, „verwünschte Katze"!Und rüstig spaltet er sogleichDes Tieres Haupt mit einem Streich.
35 Voll Schmerzen brüllt's zum letztenmal,
Und röchelnd stürzt es dann zu Tal.
Der Deutsche sieht's mit kaltem Blut;
Da scheint der Pelz ihm gar so gut;
Er trennt ihn sauber mit dem Schwert40 Und legt ihn hinten auf das Pferd.