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Band I.
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291. Friedrich Rotbart,

ief im Schoße des Kyffhäusers,Bei der Ampel rotem ScheinSitzt der alte Kaiser FriedrichAn dem Tisch von Marmorstein.

2. Ihn umwallt der Purpurmantel;Ihn umfängt der Rüstung Pracht;Doch auf seinen AugenwimpernLiegt des Schlafes tiefe Nacht.

3. Vorgesunken ruht das Antlitz,Drin sich Ernst und Milde paart;Durch den Marmortisch gewachsenIst sein langer, goldner Bart.

4. Rings, wie eh'rne Bilder, stehenSeine Ritter um ihn herHarnischglänzend, schwertumgürtet,Aber tief im Schlaf, wie er.

5. Heinrich auch, der Ofterdinger,Ist in ihrer stummen Schar

Mit den liederreichen Lippen,

Mit dem blondgelockten Haar.

6. Seine Harfe ruht dem SängerIn der Linken ohne Klang;

Doch auf seiner hohen StirneSchläft ein künftiger Gesang.

j 7-Alles schweigt; nur hinundwiederFällt ein Tropfen vom Gestein,

Bis der große Morgen plötzlichBricht mit Feuersglut herein,

8. Bis der Adler stolzen FlugesUm des Berges Gipfel zieht,

Daß vor seines Fittichs RauschenDort der Rabenschwarm entflieht.

9. Aber dann, wie ferner Donner,Rollt es durch den Berg herauf,

Und der Kaiser greift zum Schwerte,Und die Ritter wachen auf.

10. Laut in seinen Angeln dröhnend,Tut sich auf das eh'rne Tor;Barbarossa mit den Seinen

Steigt im Waffenschmuck empor.

11. Auf dem Helm trägt er die Krone; Und den Sieg in seiner Hand.

Schwerter blitzen, Harfen klingen,Wo er schreitet durch das Land.

12. Und dem alten Kaiser beugenSich die Völker all zugleich,

Und aufs neu zu Aachen gründetEr das heil'ge deutsche Reich.

Emanuel Geibel.jfc 1815-1884.

292. Der Mönch von Pisa.

In Pisa in dem Klostergarten gehtEin finstrer Mönch, wo Blum' an Blume steht.

2. Sein Antlitz ist gebleicht von langem Gram;Man weiß nicht, wer er war, ivoher er kam.

3. Stumm wandelt er zu jeder AbendzeitHin durch die Gänge mit verschloßnem Leid.