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4. Jetzt blickt er nach der Tulpe Farbenlicht,
Nach der Kartäusernelke, zart und schlicht,
5. Jetzt nach der Rose, nach der Lilie rein:
„Ach, wer wie Blumen könnte schuldlos sein"!
6. Nun lauscht er zu der Zweige grünem Kranz,
Wo Vöglein flattern noch im goldnen Glanz.
7. Er lauscht, das Haupt gesenkt, dem süßen Klang:„Ach, wer noch Tröstung fände im Gesang"!
8. Dann aber senkt sein Blick, von Tränen feucht,Zur Erde sich/ von der er nimmer weicht:
9. „O Erde, öffne du dich mir in Huld!
Denn du, nur du tilgst meine blut'ge Schuld"!
10. Doch als der Lenz nun wieder kommt ins Land,Der Mönch nicht wieder bei den Blumen stand.
11. Nicht lauschet er den Sängern in den Höhn;Doch war dafür ein neues Grab zu sehn,
12. Ein schlichter Stein in grauer Klosterwand,Auf dem „Johannes Parrizida" stand.
Johann Nepomuk Vogl.1802 - 1866 .
293. Die dry Riese»» von Jseltwald.
(Brienzer Mundart.)
tuusig Jahren syn dert d's JseltwaldDry Bursche g'syn, starchlocht, wie höji Tannen;
Mu hed ne Riesen g'seid, den großen Mannen.
Nu losit, wie's den' gangen ischt gar bald!
8 Selb Zyt ist no nen Cheiser g'syn im Land,
Dem hed mu g'hvlfe, wenn es Chrieg ischt g'syn.
Du schrybt d'r Cheiser eis id's Oberland,
As söll all's chon ihm helfen, groß un chlyn.
Du hed mu gsinnet, 's wän am besten z'richten,
10 Mu schickti mu nid e so nen Hufen Lyt;
Mn chennti Geld ersparen u viel Zyt;
Mu well mit denen Mannen b'richten.
Di sin denn g'rad eis gräch g'sin u zum Cheiser chon:„Potz Donder", seid er, „syn das all' vom Oberland?15 Gähn si mier setzen das zum Lohn,
Daß d'Fryheit i ha g'lahn dem Land" ?