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Band I.
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295. Der Burgbau zu Ringgenberg.

(Ums Jahr 1170.)

1. „Auf, Meister, auf und baue mirEin festes, hohes Haus!

Nicht braucht's zu sein des LandesZier;

Es sei des Landes Graus!

2. Wo an der Wanderstraße hartEin Hügel heimlich lauscht,

Von finsterem Gebüsch umstarrt,Vom trüben Bach umranscht:

3. Dort tret' es vor des Fremd-

lings Blick,

Wie ein Gespenst, hervor,

Und keinen send' es mehr zurück,Den je verschlang sein Tor!

4. Aus kleinen Augen tückisch sollEs spähen in das Tal;

Rundum ein Graben, Wassers voll,Und Brück' und Türe schmal.

5. Und Türme hoch und Mauern

dick

Und Scheun' und Keller weit;

Man stürm' es nicht; man zwing' esnicht;

Es trotze Welt und Zeit!

6. Und weh' des Maules stillem

Zug

Den Bergespfad hinan!

Und weh' dem Knechte hinterm PflugUnd seiner Stiere Bahn!

7. Und weh' dem Wild und weh'

dem Holz

In meines Nächsten Wald!

Sprich, willst du baun ein Haus, so stolz,So gräßlich von Gestalt" ?

8. Mit Schweigen hört der Mei-

ster zu

Und spricht: „Ich führ's hinaus ;Ich bau' es fest; habt gute Ruh!Doch sagt: Wie heißt das Haus"?

1 9. Da lacht der Ritter grimm und

reckt

Die Hand aus übers Land:

„Mein Haus, das alles zwingt undschreckt,

Schad bürg es sei genannt"!

10. Und wie der Greis das Wort

vernahm,

Er rief: „Daß Gott erbarm'"!

Der Zorn ihm in das Auge kamUnd in den alten Arm,

11. Und schwingt sein Beil und

fährt hereinDem Herrn durch Helm und Haupt:„Geleget ist der erste Stein;

Jetzt schadet, mordet, raubt" !

12. Das war des ersten Zwing-

herrn Tod

Im freien Schweizerland.

Seit half ihm Gott aus aller NotDurch seiner Männer Hand.

Gustav Schwab.1792—1850.

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