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299. Seinxacherlied.
J. Laßt hören aus alter ZeitVon kühner Ahnen Heldenstreit,
Von Speerwucht und wildem Schwertkampf,
Von Schlachtstaub und heißem Blutdampf!
Mir singen heut' ein heilig Lied:
Es gilt dem Melden lvinkelried.
2. Bei Sempach, der kleinen Stadt,
Manch Ritter wohl gespottet hat.
Der Heertroß zerstampft das Kornfeld;
Doch warnend ruft dort ein Kriegsheld:
„Zn kurzem bringt euch blutigrotLin Lidgenoß das Morgenbrot" !
3. Man ziehet ins SchlachtgewühlZum heißen Kampf; der Tag war schwül.
Zm Stahlkleid, gar grausig furchtbar,
Stand Dstreichs geübte Kriegsschar;
Doch kühlt der Tod bald ihren Mut;
In unserm Land wallt Schweizerblut.
Sie stürzen mit freier Brust,
Zm Kerzen Mut und Siegeslust,
Zum Kampfplatz, wo man, in SchlachtwutDumpf brüllend, sich wälzt im Herzblut.
Es trotzt das Heer; die Not wird groß,
Und mancher stirbt vom Speeresstoß.
5. „Erhaltet mir lVeib und Kind,
Die eurer Hut empfohlen sind" !
Ruft Strutan, umfaßt mit Mannskraft,
Drückt nieder der langen Speer' Schaft,
Gräbt's in die weite Heldenbrust,
Mit Gott der Freiheit sich bewußt.
6. Und über die Leiche trittDas Heldenvolk im Sturmesschritt.
Der Schwertschlag erblitzet furchtbar;
Im Helmglanz erbleicht die Mordschar,
Und es erdröhnt von Berg zu TalDer freien Nachwelt Siegeshall.
Heinrich Boßhard.<8;;—;s?7.