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Band I.
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319. Die Kinder im Walde.

ar wohlgemut und guter Ding'Zu Wald ein Knab' und Mägdleinging.

Der Tag war draußen heiß und schwül,5 Im Wald hingegen frisch und kühl.Hier liefen sie die Kreuz und QuerUnd pflückten Erd- und Heidelbeer'.Bald rief der Bruder: „Schwester,hier,

10 Die schönsten Beeren stehn bei mir"!Bald sprach die Schwester: „Bruder,nein,

Hier werden noch viel schönre sein"!

Zum Bruder springt die Schwester15 drauf,

Ißt dort die schönen Beeren auf,Und mit ihr muß der Bruder gehn,Wo ihrer noch viel schönre stehn.

So stopfen sie die Beerelein20 Fortan mit vollen Händen ein,

Bis jedes zu dem andern spricht:„'S ist nun genug; mehr kann ichnicht"!

Und bis der kleine Bauch so schwer,25 Daß fast ein Reif drum nötig wär'.Sie setzen sich an einen Baum;

Sie sprechen nichts; sie atmen kaum,Und eins sich an das andre lehnt,Und eines nach dem andern gähnt,30 Bis daß der süße Schlaf sie leichtIm kühlen Schatten überschleicht.

Und nah' bei ihrer SchlummerstattEin Häslein seine Jungen hat;

Die hüpfen aus dem Strauch heran35 Und sehen sich die Kinder anUnd spielen um das kleine PaarUnd fühlen mit den Pfötchen garIn stiller Lust und ohne Scheu,

Wie warm das rote Bäckchen sei.

40 Und nah', wo Knab' und Mägd-lein ruht,

Hat auch ein Zeisig seine Brüt.

Die lauschet auch zum Nest herausUnd breitet ihre Flüglein ausUnd sieht, wie sich die Häslein klein 45Dort um die holden Kinder freun.

Da wagt sie sich in froher HastAuch bald herab von Ast zu AstUnd setzet sich in stiller LustDen Kindern gar auf Stirn und Brust. 50Und wo der warme Atem weht,

Da wird das Köpfchen hingedreht.

Und Zeisig spricht: „Sagt uns ge-schwind,

Was das für liebe Tierchen sind! 55

Wir glauben, es sind Vöglein doch;Die Federn wachsen ihnen noch".

Die Häslein aber sprechen: „Nein!

Wo sollen Klau' und Schnabel sein?Die Lippen sind zu rot und weich; 60Nein, die gehören nicht zu euch!

Viel eher könnten's Häschen sein,

Sind auch die Ohren etwas klein"!Und Zeisig hebt sein Köpfchen draufUnd ruft und singl: „Wacht auf, 65wacht auf!

Ihr seid so wunderhold und schön;

Ihr müßt uns, wer ihr seid, gestehn;Wir woll'n in Lieb' und in Vertrau'»Euch in die offnen Äuglein schau'n"! 70Und Häschen klopft auf Hand undWang'

Und ruft: „Wacht auf, schlaft nichtso lang!

Wir haben noch der Brüder viel; 75Kommt mit, kommt mit zum frohenSpiel!

Ihr seid so wunderhold und schön;

Wir woll'n mit euch zur Mutter gehn" !

Als sie so sprachen, naht sich bald 80Die Mutter Häsin durch den Wald;Die Mutter Zeisig flattert auchVon Baum zu Baum, von Strauchzu Strauch.