6. So ging's mir selber auch; doch endlichWard ihre Rede mir plötzlich verständlich.
7. Da bellte der Hund nun in der Nacht:
Stets auf der Hut und aufgewacht
8. Und nimmer getraut und aufgeschaut!
So wehrst du am besten dich deiner Haut.
9. Da krähte der Hahn nun am frühen Morgen:Frisch aufgestanden zu Arbeit und Sorgen!
10. Die Hände geregt und nimmer geruht!
So mehrst du mit Gott dein irdisch Gut.
11. Da sprach nun die Katze und putzte sich:
Du rüste dich selber fein säuberlich,
12. Empfange sie wohl, die dein gedenkenUnd Freundes Hand und Sinn dir schenken!
13. So sagen sie mir nun Tag für Tag;
So sagen sie jedem, der hören mag.
Otto Sutermeiste1832—1901.
337. An Gottes Segen ist alles gelegen.
„An Gottes Segen ist alles gelegen",
Sprach in der Morgenfrüh' der faule Tor,
Der Jörg, und drehte sich aufs andre Ohr.
Er denkt: „Der liebe Herrgott wird schon sorgen",
5 Und schläft und schnarcht bis in den hellen Morgen.Ihr denket tvohl, der wär' ein guter Christ,
Weil seinem Gott die Sach' er überlassen?
Wißt ihr, wie's ihm ergangen ist?
Die Kinder rufen's auf den Gassen:
10 Der arme Tropf! An Leib und Seel verdorben,
Ist er in unserm Armenhaus gestorben.
„Nichts ist's", sprach er im Tode noch voll Spottes,„Nichts ist es mit dem Segen Gottes"!
„An Gottes Segen ist alles gelegen",
15 Sprach Hans, sprang auf und fing sich an zu regen.Er ordnet Haus und Stall am frühen Morgen;
Dem Großen wie dem Kleinen gilt sein Sorgen.
Mit frommem Sinn tut er den Acker bauen;
Er pflügt und pflanzt mit frohem Gottvertrauen.