11
Doch, wenn sie sich rottenUnd ballen zum Knäuel,
Der Sitte zu spotten,
Der Satzung und Regel,
16. Die Vogel
1. Willst du frei und fröhlichDurch dies Weltgetümmel, sgehnMußt du auf die Vöglein sehn.Wohnend unterm Himmel.Jedes hüpft und singt und lebtOhne Gram und Sorgen,Schläft, vom grünen Zweig um-schwebt,
Sicher bis zum Morgen.
2. Jedes nimmt ohn' arge List,Was ihm Gott beschieden;
Mit der kleinsten Gabe istJedes gern zufrieden.
Keines sammelt kümmerlichVorrat in die Scheunen;Dennoch nährt und labt es sichMit den lieben Kleinen.
Dann wird draus — o Greuel,Vor dem dir graust —
Ein grober Flegel,
Die Faust. (Anastasius Grün.)
unterm Himmel.
3. Keines bebt im SonnenstrahlVor den fernen Stürmen;Kommt ein Sturm, so wird's imBaum und Fels beschirmen. sTalTäglich bringt es seinen DankGott für jede Gabe,
Flattert einstens mit GesangStill und leicht zu Grabe.
4. WillstdufreiundfröhlichgehnDurch dies Weltgetümmel,Mußt du auf die Vöglein sehn,Wohnend unterm Himmel.
Wie die Vöglein, haben wirEinen Vater droben;
Laßt uns dankbar für und fürLieben ihn und loben!
(I. G. Jacobi.)
17. Das Vergißmeinnicht.
Eine Mutter ging mit ihrer Tochter Sophie durch die Wiesenspazieren. „Mutter," sagte Sophie, „warum heißt man die schö-nen, himmelblauen Blümchen an diesem Büchlein Vergißmeinnicht?"
Die Mutter antwortete ihr also: „Liebes Kind! Dein Va-ter mußte einst eine weite Reise machen, und ich begleitete ihn bisan diesen Bach. Da sprach er zu mir: „„So oft du ein solchesBlümchen siehst, sollst du an mich denken, damit du meiner nievergissest."" Von dieser Zeit an nannten wir diese BlümchenVergißmeinnicht."